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Jeschurun · 1857-09-01 · Heft 12 (September 1857) · p. 647

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 12 (September 1857)
Article
Aus Hannover
Date
1857-09-01
Page
647 (sequence 2)
Language
German
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AM HWWM. <ZW hinter die Meinungen Anderer geflüchtet! und sie uns vorgeführt :׳ eVhatte manche Mißdeutung und manchen Jrrthum vermieden und hatte mir die Mühe erspart, ein Wort darüber zu verlieren. Eine Einigung zwischen ihm und mir ist ja nicht möglich,!lNsere Wege gehen zu weit auseinander!', um je zusammen zu treffen. Während der Eorrespondcnt die Halacha stets fortschrcitcn, von Jahrzchcnd zu Jahrzehend eine andere Gestalt annehmcn läßt; ist sie mir das von Sinai Ucberlieferte, das von Gott Bestimmte, au dem sich! nicht rütteln läßt, die uns vorgeschricbene Form und Norm, der wir in allen Zeiten und in alle» Lagen unser Leben anzupasscn haben; ist sie mir nicht ein Gewand, das, wie cs die Mode und die Bequemlichkcit, der Wille und die Einsicht des Einzelnen erheischt, gcwechseit werden kann und darf. Von dieser Ansicht geleitet, betrachtete ich die angeführten Thatsachen, ohne mich zum Vcrtheidigcr irgend eines Rabbiners anfwcrfcn zu wollen , da mir außer dem zweiten Falle, den ich aus trüber Quelle erfahren hatte und den ich daher jetzt berichtigen werde, die übrigen ganz unbekannt waren. — Der orthodore Rabbiner hatte in der That das Mädchen ausgenommen; war aber schändlich hintcrgangen und getäuscht, so falsch unterrichtet, daß! er die Aufnahme nach der Resignation nicht verweigern durfte. Der Vorwurf trifft deshalb nicht den orthodoxen Rabbiner, sondern, wir wiederholen es nochmals, diejenigen, die dem Mädchen die Aussicht eröffnete», ein weniger scrupulöscr würde sic trauen; die sie mit ihrem Gewissen beruhigt, rmdsic gelehrt, daß ein Versprechen, welches sie mündlich und schriftlich abgegeben, auflösbar und ungültig sei. Es liegt demnach kein Grund vor, hierüber ein Zettcrgcschrci zu erheben, und am Wenigsten kaitn man einen Vorwurf dieser Art von jenen erwarten, die sonst nicht so ängstlich bei der Aufnahme von Proselyten sind. Trotz aller Anmerkungen und Bemerkungen der Red. muß ich hier noch einmal bemerken, daß der orthodoxe Jude nur mit Unwillen auf die Art und Weise der Prosclyten-Anfnahme mancher Rabbiner blicken kann und bitter beklagen muß, daß der Halacha so wenig Rechnung getragen wird. Die Halacha (Joreh Deah 268, 2 und 12) schreibt vor, nur dm aufzunehmen, den reine, wahre- Liebe zum Judcnthume, nicht aber die Aussicht auf irgend welchen Gewinn oder Vortheil zum Uebertritt treibt; die Halacha schreibt ferner vor, zu! untersuchen, ob nicht

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