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Jeschurun · 1857-09-01 · Heft 12 (September 1857) · p. 638

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 12 (September 1857)
Article
Über die Entzifferungsmittel der Keilinschriften
Date
1857-09-01
Page
638 (sequence 8)
Language
German
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638 Ueber M'EntWKnngSirMcl WM)' der Eharakker'e evkaNnk habe׳,- oder läßt! M glanbrns, mast habe' ihnen eine irrige' Bedeutung zn'gcschmebcw? Wenn ihr eine Sprache studiert und ein von dein cnrigcN v'crschiedencö Alphabet habt, fo nehmt ihr׳ die den Buchstaben׳ durch die׳ Grammatik gegebenen Wcrthc an, ohne lange zu׳ fragen, auf was' sich diese Werthbezcichnung gründe. Ihr begnügt euch mit der Würdigung der Resultate derselben. Mit der persischen Keilfchrift verhält es sich eben so, und ihre Entzifferung läßt sich von nun an als eine vollendete Thatsache betrachten. Mit dem Alphabet, wie die vereinigten Anstrengungen mehrerer Gelehrten cs wieder anfgefunden, liest man nicht nur die Eigennamen, sondern erklärt auch das Ganze der in einer bisher unbekannten Sprache) deren Grammatik und Wörterbuch man wieder anfbaucn konnte, verfaßten Inschriften. Letztere Thatsache ist nicht die mindest wichtige. Jndeß könnte cs scheinen, als bewege man sich in einem fehlerhaften Zirkel, als habe man eine petilio principii zu fürchten. Dein ist' nicht so. Obschon die Sprache des Darius und des Xerxcs uns früher nicht bekannt war, so kannten wir doch bereits mehr oder weniger vollkommen zwei Sprachen, die Sanskrit und das Zeuch, in welchen wir eine große Familienähnlichkeit mit dem alten Persischen finden. Ferner kennen wir vollkommen die davon abgeleitete, noch lebende Sprache, das neuere Persisch. Die Grundsätze der vergleichenden Graiumatik haben den Sieg über die Schwierigkeitcn der Auslegung davon zu tragen vermocht, und man hat die Sprache der alten Perser erklärt, lim uns eines Vergleichs zu bedienen, wollen wir annehmcn, das Italienische habe sich verloren — könnte man nun mittelst des Lateinischen und Spanischen diese Sprache nicht wieder aufsinden? Ein anderes, schlagenderes und mehr Wirklichkeit besitzendes Beispiel: sind wir nicht im Stande, daö alte Provenzalische durch entsprechende linguistische Operationen zu lernen? Wir haben die Gewißheit, daß die erste Artder dreisprachigen Inschriften die Sprache der Perser vertritt, ans folgenden zwei Gründen: 1) weil alle Eigennamen dieses Volks mittelst dieses Idioms leicht zu erklären sind; 2) weil eS augenscheinlich die Quelle

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