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Jeschurun · 1857-09-01 · Heft 12 (September 1857) · p. 632

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 12 (September 1857)
Article
Über die Entzifferungsmittel der Keilinschriften
Date
1857-09-01
Page
632 (sequence 2)
Language
German
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632 lieber dir EntzisfenmgSmIilcl gegen daS Ende dcS 18tcn Jahrhunderts der Gegenstand ernster Aufmerksamkeit. Der berühmte Reisende Niebnhr copirte mehrere dieser Documcnte in PersepoliS; er erkannte gleich anfangs drei verschiedene Schriftsystcme, die aber stets von dem gleichen Element, dem Keil gebildet waren. Mebuhk schrieb den Perscvn die Abfassung dieser Inschriften zu; er unterschied deutlich die drei pcxschicdcncn Alphabete; allein er glaubte, was uns sonderbar scheinen dürfte, daß die alten Könige ״sich unendliche Mühe gegeben Hütten, um sich!,»'sterblich zu machen", indem sie drei verschiedene Alphabete wählten, um ihre Großthatcn der Nachwelt zu erzählen. Später vermnthctc man mit Recht, daß Oese drei Alphabete, die man stets nebeneinander und in der gleichen Mverändcrlichen Ordnung währnähm, auch drei verschiedene Sprachen a'üsdrücktcn. Die einfachsten Wahrheiten lassen sich am schwierigsten beweisen. Dreß festgestellt, glaubte man dann hoffen zu dürfen, baß die Entzifferung ׳des einen dieser Idiome nothwcndigc-rweife zum Brrständniß der beiden affdern führen müsse. Man gabdie Eristenz 'dreisprachiger Inschriften in Persepolis, Hamadan und anderwärts ׳zu׳; 'man muthmHte, dH jede Sprache ihren Ausdruck durch ein verschiedenes, aber nach dem gleichen?Element, dem Keil, gebildetes Alphabet finde. Dieses Mott Keil nun Hat der deutschen Bezeichnung Keilschrift und dem französischen 'Namen ciin&forme '* *);&ie Entstehung gegeben. Letzterer Ausdruck, dem Genius der lateinischen Sprache gemäß gebildet, ist allgemein angenommen; welchen Einwand man aber auch gegen seine Genauigkeit erheben mag, man Hat nicht mehr das Recht sich -gegen den Gebrauch, der ihm das Bürgerrecht in der Sprache -verschafft 'hat, anfzulehncn. Die griechischen 'Geschichtschreiber nennen die Keilschrift pccra ’Aaovqnx. **)} wir werden sehen, daß diese Bezeichnung nicht genug sagt. MaN kannte den Namen von Babylon ebenfalls, und wenn wir das Werk noch besäßen, welches der Abde- *) Die Engländer nennen die Keilschrift, ebenfalls arrow-headed, oder, mit einem -barbarischen Ausdruck cuneatic writing. *t) Wir glauben, daß die cy.p rischen Charaktere der Äuppliees (Flehenden) AcschyluS ׳keine ändern ׳sind, als die Keilzeichcn, welche sich auf der. Insel Cypern finden.

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