Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 12 (September 1857)
- Article
- Über die Entzifferungsmittel der Keilinschriften
- Date
- 1857-09-01
- Page
- 631 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932835-2932848-2941453--02930-2941520- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ueh&v Hie Girtzisferungsmitte! Her Merlin- (Aus der R.6vu6 äs ^Orient von I. Oppert mitgethetlt.) I. Lange zuvor, ehe die Entdeckung Ninive's das Dasein einer Gesittung geoffeubart, welche man für unwiederbringlich verloren gehalten hatte, war man, ohne es zu wissen, bereits auf mehrere assyrische Inschriften gestoßen und hatte sie abgeschrieben. In Persepolis, Wan, Hamad'an, Babylon, Ktesiphon hatten Reisende Texte in fremden Charakteren gefunden und bekannt gemacht, welche zwei Jahrhunderte hindurch den Gelehrten von Zeit zu Zeit lebhafte Beschäftigung *) **) gaben, für alle aber nur todte Buchstaben blieben׳ Das einzige Element, aus dem diese epigraphischen Urkunden bestanden, zeigte auf der einen Seite ein spitzigeres Ende als auf der andern, und konnte mit einem Keil oder einer Pfeilspitze verglichen werden. Diese schon seit langem entdeckten Charaktere wurden erst *) Assyrische und persische Bildung, assyrische und persische Geschichte stehen in so enger Berührung mit unserer eigenen geschichtlichen Vergangenheit und mit so manchen Parthien unseres heiligen Schrifttums, daß es gewiß nicht ohne Interesse ist, die Wege kennen zu lernen, aus welchen Ulan zur muthmaßlichen Entzifferung von Schriftzügen gelangte, von deren Inhalt man so bedeutsame geschichtliche Enthüllungen sich zu Versprechen berechtigt sein dürfte. Es ist jedenfalls wichtig, den Grad der Wahrscheinlichkeit zu kennen, auf welcher diese Forschungen beruhen. Ned. d. Iesch. **) Die Eingebornen wollen in den Keilinschriften von PersepoliS und Hamadan die Dekrete DschemschidS und Feriounö sehen. Wie irrig auch diese Meinung ist, so ist sie doch eben so vernünftig wie die, welche dieselben der Semiramis zuschreibt. Was soll man aber von der Hypothese einiger Touristen des vorigen Jahrhunderts sagen, welche, den menschlichen Ursprung dieser Denkmäler ׳verwerfend, sie als ein Werk der Nagewürmer betrachten zu dürfen glaubten? Wir würden dieser Meinung die Ehre der Aufführung nicht erweisen, wenn sie nicht abermals einen Beleg dafür lieferte, daß der Gipfel der Abgeschmacktheit kein Grund ist, um von der Aufstellung einer Hypothese abzuhalten.