Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 12 (September 1857)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1857-09-01
- Page
- 626 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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@26 Grundlinien einer jüdischen^Symboltt» bolisch im Anklang an 1. B. M. 3, 14. die Erde, die Verführung, als Zauberzubehör die Weissagung, oder überhaupt Weisheit, List und Klugheit, oder speziell die Heilkunde, oder durch eine andere Beziehung die Gewissensbisse bedeuten soll; — ob eine Biene die naturhistvrische Abbildung dieses geflügelten Insektes bringen, oder als ein Sinnbild des Süßen, der Nahrung überhaupt, der Begeisterung wegen der berauschenden Kraft des Honigs, oder endlich als Symbol des Fleißes und der Aemsigkeit dastehen soll; — ob ein Hund naturhistorisch die Gestalt dieses Thieres zu lehren dasteht, oder als Sinnbild Jagd, Wachsamkeit, Treue, oder gar Unreinheit und Unverschämtheit, oder endlich als Zeichen des Hundgcstirns (Sirius) Fruchtbarkeit und Leben bedeuten soll; — ob ein Roß nur die natürliche Gestalt eines Pferdes vergegenwärtigen, oder als Abzeichen den Ritterstand, oder wegen seines schnellen Laufes das Wasser, die Sonne, oder, als solche wegen ihres allabendlichen Heruntersteigens in die Unterwelt, den Richter der Unterwelt und des Todes sinnbildlich darstellen soll; u. s. w. u. s. w. über Alles dieses können wir uns nur durch die zuvor anderweitig zu ermittelnde Absicht des Urhebers dieses Bildes überhaupt und aus dem ganzen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang, in welchem das Bild vorgeführt wird, Klarheit verschaffen. Ja, es kann ein und dasselbe Symbol, eine und dieselbe symbolische Handlung je nach der Persönlichkeit, von der sie ansgeht und der Persönlichkeit, an dtp sie gerichtet ist, ganz entgegengesetzte Gedanken ausdrücken. Der sterbende Vater, der seinen Söhnen zuerst die Pfeile im Bündel, und sodann einzeln zu zerbrechen gab, sagte ihnen damit, Eintracht macht stark und wollte sie damit zur Einigkeit ermahnen. Gäbe ein Maccchiavelli dasselbe Bündel und dieselben Pfeile seinem Fürstenzögling, er hätte ihm damit die Wahrheit seines divide et impera handgreiflichst veranschaulicht und ihn vor der Eintracht und Einigkeit seiner Völker und Genossen nachdrücklichst gewarnt.!2. Von jener Vieldeutigkeit, in welcher das isolirt betrachtete Symbol erscheint, wird dasselbe schon viel eingebüßt haben, sobald wir es in seinem persönlichen, zeitlichen und räumlichen Zusammenhange betrachte», und in den allermeisten Fällen wird innerhalb dieses Zusammenhanges die Möglichkeit der Deutung nur aus bestimmte,