Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 12 (September 1857)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1857-09-01
- Page
- 624 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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624 Grundlinien einer jüdischen SyMoliK wir ihn als Abzeichen eines SchiffscapitainS erkennen und nur in dem Zusammenhänge mit andern kirchlichen Emblemen werden wir ihn als das Symbol der Hoffnung begreifen. Ob eine Schlangt, eine Diene, ein Hund, eins Roß und sonstige Abbildungen natnrlichcr Gegenstände eben nur die Darstellung der natürlichen Gestalten derselben zum Zwecke haben oder als Sinnbilder eines Gedankens dastchcn, darüber kann uns nur die anderweitig zu ermittelnde Absicht des Darstellers, sowie die ganze räumliche und zeitliche Umgebung der Darstellung Aufschluß geben. ־ 10. Sind wir aber auch über den symbolischen Charakter eines Gegenstandes oder einer Handlung im Allgemeinen rollig im Klaren, so wird doch nur in seltenen Fällen damit auch nun sofort der Znhalt des Symbols, der Gedanke, den cS ausdrückcn soll, unzwcifel- Haft in die Augen springen. Eben weil die symbolische Bedeutung nicht die primitive des Gegenstandes und der Erscheinung, sondern nur eine übertragene, durch Wahl und Absicht crtheilte ist, darum wird ein jedes Symbol, für sich allein betrachtet, in den meisten Fällen eine Mannigfaltigkeit der verschiedensten Deutungen zulasten, von denen doch sicherlich nur die eine die richtige und wahre, das heißt, diejenige ist, die Derjenige damit beabsichtigte, der diesen Gegenstand oder diese Handlung zum Ausdruck eines bestimmten Gedankens, gewählt. Sehen wir wiederum nur einmal unser natürlichstcs, einfachstcö, körperliches Symbol, den Händedruck, welch' eine mannigfaltige Reihe der verschiedensten Deutungen sind mög-!ich, wenn ich nur weiß, A hat dem B die Hände gedrückt! Dank, Glückwunsch, Beileid, Abschied, Willkommen, Freundschaft, Gelobniß, die verschiedensten Gedanken vermag dieses natürliche, einfache Symbol, und so auch jedes andere, anszudrücken, und cs ist in jedem gegebenen Fall doch nur Ein Gedanke der einzig wirkliche. Wie finden wir in jedem gegebenen Fall den Weg zu diesem einzigen wirklichen unter dm vielen möglichen Gedanken, die in irgend einem gegebenen Symbol vor uns verhüllt dastehen? 11. Erinnern wir nnS, daß die Bedeutung eines jeden Symbols nur eine durch die Wahl und Absicht seines Urhebers übertragene