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Jeschurun · 1857-09-01 · Heft 12 (September 1857) · p. 618

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 12 (September 1857)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1857-09-01
Page
618 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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618 Grundlinien einer jüdischen Symbolik. bleibendes Zeichen zu gewähren, ״erzeugt das symbolische Zeichen. Der Empfang, den wir. der Ankunft, die Begleitung, die wir dem Abschied eines Freundes gewähren, die meisten Thättgkeiten bet feierltchen Begängnissen der Freude und der Trauer sind symbolische Handlungen, sind eine fortgesetzte Reihe auf einander folgender sinnlich, wahrnehmbarer Zeichen, die Alle den einen und denselben Gedanken, die eine und dieselbe Empfindung zum Ausdruck bringen sollen. Der Kranz, mit dem wir dem Dichter huldigen, der Ring, den uns der Freund zum Andenken schenkt, jeder Gegenstand, den wir zum bleibenden Gedächtniß eines Gedankens oder einer Empfindung bestimmen, erhält Hamit seine symbolische Bedeutung, wird ein symbolisches Zeichen, ein Gegenstand, dessen Anblick in uns jedesmal einen bestimmten Gedanken, eine bestimmte Empfindung, oder eine bestimmte Reihe von Gedanken und Empfindungen Hervorrufen soll. Unser Familien- und Bürger-Leben bewegt sich vielfach im Kreise solcher symbolischer Handlungen und Zeichen. > 5. Die symbolischen Erscheinungen, die wir bisher betrachtet, sind größtentheils subjektiver Art, d. h. sie dienen weniger zum Ausdruck eines gegenständlichen Begriffes oder einer Aussage, eines Gedankenurtheils, als daß sie vielmehr unsere Empfindungen und Gedanken in Betreff eines Gegenstandes, unser Verhalten, unsere Stimmung und Gesinnung in Beziehung auf einen bestimmten Gegenstand oder eine bestimmte Person zur Anschauung bringen sollen. Aber nicht nur unserer Interjektions-Sprache tritt das Symbol, wie wir gesehen, vielfach ergänzend und erweiternd zur Seite, auch für den objektiven, gegenständlichen Ausdruck logischer Begriffe und Urtheile giebt es Gebiete und Absichten, in welchen und für welche die Tonsprache durch Wort und Schrift nicht ausreicht, in welchen und für welche vielmehr zu symbolischer Bezeichnung von Begriffen und Urtheilen Zuflucht genommen wird. Das politische, noch viebr das religiöse Leben der Völker hat in allen Ländern und zu allen Zetten zur Erreichung seiner besonder» Zwecke sich des symbolischen Ausdrucks von Begriffen und Urtheilen bedient. Ideen, Wahrheiten, Lehren, Grundsätze, die einer Gcsammthcit zur steten Aneignung vergegenwärtigt werden, in deren gleichzeitiger und einmüthiger An-

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