Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 12 (September 1857)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1857-09-01
- Page
- 617 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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GmMtnteii tbw MWen SymbvM 617: ■ Z. Wir -habe« in dem Vorhergehenden unsere körperliche Mimik eine natürliche Symbolik genannt, und gewiß sind viele körperliche Zeichen, mit denen wir Gedanken ausdrücke» oder gesprochene Gedanken Hegletten, natürliche, allen Menschen angeborene Zeichen. Go vielleicht die horizontale Kopsbewegung , mit der wir verneinen, und die perpendikuläre, die bejaht, und hat die Physiologie des Menschen den liefern Grund dieser Eigenthümltchkeit zu erforschen. Sehr viele der uns natürlich scheinenden Zeichen sind aber wohl sicherlich conventionell und daher von Volk zu Volk verschieden. Allein dieses Konventionelle ist nur in dem beschränkten Verstände zu nehmen, wie man auch die Sprachen, wegen ihrer Verschiedenheit, konventionell genannt hat, die aber jedoch gewiß wiederum nur aus der natürlichen Völkerverschtedenheit der Völker hervorge gangem, somit eben in dieser natürlichen Verschiedenheit ihren tiefer» natürlichen Grund habe». Die physiologische Erforschung der ethnographischen Verschiedenheit der menschlichen Mimik dürfte einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Erkcnntntß der Charakteristik der Völker liefern. Tauschen doch selbst die beiden natürlichsten, körperlichen Zeichen, das Weinen und Lachen und gerade auf der höchsten Stufe der Empfindungen, die in ihnen ihren Ausdruck finden sollen, gegenseitig ihre Nöllen aus, Es giebt ein Lachen des Schmerzes und es giebt eine Thräne der Freude, und gerade der höchste Schmerz lacht, wie die höchste Freude Thränen weint. 4. Das Bedürfniß unfern Gedanken und Empfindungen einen sinnlichen Ausdruck zu gewähren, bleibt jedoch bei dieser körperlichen Zeichensprache nicht stehen. Das Wort, sowie die begleitende oder stellvertretende Körperbewegung ist flüchtig, beide nehmen zu ihrer Erscheinung nur kurze Augenblicke in Anspruch und sind in ihrer Dauer vorübergehend. Wollen wir bei dem Ausdruck eines Gedankens oder einer Empfindung länger verweilen, oder wollen wir dem Ausdruck eines Gedankens oder einer Empfindung durch ein bleibendes Zeichen-Dauer leihen, so bedürfen wir anderer Mittel. Das Bedürfniß längere Zeit in der Thätigkeit zu verharren, einen Gedanken oder eine Empfindung auszndrücken, erzeugt eine symbolische Handlung) die Abstcht einem Gedanken oder einer Empfindung ein