Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 11 (August 1857)
- Article
- Die Juden in Holland
- Date
- 1857-08-01
- Page
- 579 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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579 Hunderten hatten die Juden das Asylrecht in dem alten Lusitanien. Manche unter ihnen nahmen eine ziemlich hervorragende sociale Stellung ein. Sie hatten dem Lande nicht unwesentliche Dienste geleistet, indem von ihnen die ersten Kenntnisse in der Philosophie, Botanik, Medicin und Weltkunde verbreitet worden waren; sie hatten ihren Theil an der Entdeckung des Seeweges nach Ostindien. Trotz dieser Ansprüche auf Dankbarkeit willigte der König von Portugal nur unter sehr harten Bedingungen in die Aufnahme der von Spanien Vertriebenen. Sie mußten per Kopf eine bestimmte Geldsumme bezahlen, für welche es ihnen gestattet sein sollte, acht Monate im Lande zu bleiben; der König verpflichtete sich, ihnen nach Ablauf dieser Zeit Schiffe zu verschaffen, die sie, aus ihre Kosten, bringen sollten, wohin sie wollten. Wer zu dem bestimmten Termin nicht abgereist sei, bleibe als Sklave zurück. Von den Kapitänen der zur Ueberfahrt bestimmten Schiffe, hatten die Juden die brutalsten Insulten zu erdulden. Einige raubten ihre Frauen und Töchter, so daß bei der Abfahrt die Leiden dieses Volkes erst recht begannen. Die castiltanischen Juden, die aus Armuth oder sonstige» Gründen, den Boden Portugals an dem bestimmten Tage noch nicht verlassen hatten, wurden aufgegriffcn und für Sklaven erklärt. Der König nahm ihnen ihre Kinder weg und ließ sie taufen. Da es ihm, damals am Herzen lag, die neu entdeckten Länder an der afrikanischen Küste, besonders aber die Insel St. Thomas zu bevölkern, so schickte er diese Kinder dahin, in der Hoffnung, daß sie, von jeder Einwirkung ihrer Eltern durch de» Ocean getrennt und später mit den Bewohnern der Insel verheirathet, gute Christen werden würden. Die Thronbesteigung Emanuels im Jahre 1495 schien endlich eine günstige Wendung in der Lage der spanischen Juden herbeisühren zu wollen; der neue König setzte die in Freiheit, welche sein Vorgänger zur Sklaverei verdammt hatte. Diese günstigen Aussichten waren jedoch leider von kurzer Dauer. Eine Heirathsangelegeuheit und spanischer Einfluß veränderten plötzlich Emanuels Politik. Im Dezember 1496 befahl ein Dekret allen Juden und Mauren Portugal zu verlassen, wenn sic nicht den katholischen Glauben aunehmen wollten. Diese Maßregel traf nicht bloß die aus Spanien etngewanderten Juden, sondern auch die jüdischen Familien, die S4