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Jeschurun · 1857-08-01 · Heft 11 (August 1857) · p. 580

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Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 11 (August 1857)
Article
Die Juden in Holland
Date
1857-08-01
Page
580 (sequence 9)
Language
German
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530 Die Luden tu Holland. seit undenklichen Zeiten in Portugal gewohnt hatten, Gin bestimmtcr Tag war zur Abreise angesetzt; alle Juden, die dann noch in Portugal sich befinden würden, wurden ihrer Freiheit für verlustig erklärt. Eine Frist von drei Monaten ward den so Geächteten gelasse«. Die drei Monate waren verstrichen, die Zeit zur Ausführung des Ediktes gekommen, und die Juden bereiteten sich zur Abreise vor, fest entschlossen, ein Land zu verlassen, das sie als ihr zweites Vaterland anzusehen sich gewöhnt hatten: Da fing Emanuel an, mit besorgtem Blicke dieses Volk, das Licht seines Königreiches, zu betrachten. Die Verbannung so vieler Taufende wohlhabender und unterrichteter Menschen mußte eine bedeutende Lücke in einem kleinen Staate zurücklassen. Der König wollte wenigstens einen Theil diefcr Nation, die er durch eigene Schuld verlor, zurückhalten. Er gab den Befehl, alle Kinder der Juden unter 14 Jahren, sollte» mit Gewalt zurückbehalten und in den Lehren des Christenthums unterrichtet werden. Herzzerreißend waren die Scenen, die die Ausführung eines solchen Ediktes begleiten mußten. Da sah man Eltern in Anfällen von Raserei und Vcrzweifiung ihre Kinder tobten, indem sie sie in Brunnen schleuderten — sie selbst stürzten sich nach,—- — Die Geschicke Spaniens und Portugals haben sich seit dieser Zeit sehr verändert; diese beiden mächtigen Staaten haben ihre Marine, ihren Handel und ihren politischen Einstuß untergehen sehen. Der größte Theil der castilianifchen und portugiesischen Gcschichtschreiber leiten diesen Verfall von der Vertreibung der Juden her. ״Indem Spanien und Portugal sich so der Thätigkeit nützlicher 11ut> fleißiger Unterthanen beraubten, — klagten sic, — verurtheilteil sie sich selbst dazu, die reiche Erndte nicht einzusammeln, welche ihnen aus den Entdeckungen in der neuen und in der alten Welt hätte reifen müssen". Wir sind kein Freund von absoluten Theorien in der Geschichte: wenn die Thatsachen auch einfach scheinen, sind die Ursachen rompltctrt; cs ist jedoch schlechterdings nicht zu verkennen, daß die Austreibung ein moralischer Verlust für das Land und eine Ursache seiner Schwäche gewesen. Der junge Fürst, der jetzt in Portugal regiert, scheint das selbst bei einer denkwürdigen Gelegenheit anerkannt zu haben. Als er sich im Jahre 1854 in Amsterdam befand, begab er sich auch in die Synagoge der portugiesischen Juden und drückte hier sein Bedauern und, in andeutendm

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