Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 11 (August 1857)
- Article
- Geschichte der Juden
- Date
- 1857-08-01
- Page
- 564 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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564 Geschichte der Juden von vr. Grätz. Elster Artikel. 2. (Joma 4 b): erinnerlich: מנין לאומר דבר לחבירו שהוא בבל יאמר עך שיאמר לו. לך אמור , שנאמר . וידבר ד' אליו מאהל מועד . לאמר■, daraus, daß selbst dem Moscheh bei jedem Gesetzabschnitte ausdrücklich bemerkt wurde: לאמר , es werde ihm dies gesagt ״damit er cs weiter mitthetlen solle", könne man schließen, daß Niemand irgend etwas von einem Andern ihm Mitgetheistes ohne dessen ausdrückliche Einwtlltgung einem Andern weiter mittheileir dürfe. Uns ist. keine sonstige halachtsche Deutung eines לאמר bekannt. Wir zweifeln, ob sich noch eine finde. Die aus jedem לאמר herzulettenden Deutungen gehören in das Reich der Mährchendichtuug dieser Geschichte. Interessant ist aber wiederum die Verstümmelung, die sich die talmudischen Urkunden. von der Hand dieses Historikers zu Gunsten seiner eingebildeten Charakteristiken gefallen lassen müssen. Ein recht drastisches Beispiel für seine Behauptungen führt uns der Verfasser aus (Sanhedrin 51b) vor: ״R. Akiba folgerte z. B. die Todes- ״strafe durch Feuer für eine verheirathete ehebrecherische Priesters- ״tochter aus einem Buchstaben, darauf entgegnete ihm R. Jsmael: ״״Also wegen dieses Buchstabens willst du den Feuertod verhängen ״lassend"? אמר ר״ע ישמעאל אחי בר! ובת אני דורש א״ל ר׳ ישמעאל״ וכי מפני שאתה חרש בת ובת נוציא אח זו לשריפה?" — Haben wir nicht da die ganze Extravaganz des R. Akiba? Um eines Buchstaben, eines Waw’s willen, den Feuertod? Und vertritt nicht dem gegenüber R. Jsmael die Rechte des nüchternen gesunden Menschen- Verstandes? Leider ist nur der Verf. gegen seine Helden so unhöflich, sie nicht ausreden zu lassen. Er hört ihnen zu, so lange ihm ihre Rede behagt und verbietet. ihnen die Rede, ignorirt sie wenigstens, wenn sie ihm unbehaglich geworden. R. Jsmael sagt nämlich noch ein Paar Worte, die der Verfasser wohlweislich unterdrückt. So lautet dessen Gegenrede vollständig: וכי מפני שאתה דורש בת ובת נוציא זו לשריפה א ם מ ש מ ע ל ה ב י א א ת ה נ ש ו א ה הביא את הפנויה ואם משמע להוציא את!-,פנויה הוציא את הנשואה daS heißt ja: ״Ist hiemit gesagt, die Verheirathete mit einzuschließen, ״so müßtest du auch die Unverheirathete mit einschließen; hast du ״aber Grund, die linverheirathete auszuschließen, so ist eben damit ״auch die Verheirathete ausgeschlossen"! Es ist ja somit sonnenklar, daß R. Jsmael nicht der Äktbaischen Deutung des ובת an sich ent-