Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 11 (August 1857)
- Article
- Geschichte der Juden
- Date
- 1857-08-01
- Page
- 562 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Geschichte der Juden von Dr. Grätz. Elster Artikel. 2. 562 Wahrhaft kolossal wird aber — wir hätten bald gesagt — der Wahnsinn, wenn uns nun der Vers, in ganz gemüthlicher Ruhe versichert: ״Allein R. Akiba ging noch Wetter als sein Vorbild Nachum aus Gimso, indem er diese Partikel niemals als Casuszeichen, sondern stets als Andeutung angesehen haben wollte. היה דורש בל אחין שבחורה!! Freilich kommt dieser Satz weder im Babli, noch im Jeruschalmi vom R, Akiba vor und das ganze ist nur wieder so ein Kunststück der höher» Conjekturalkritik des Verfassers. Allein darüber wollen wir für jetzt mit dem Vers, nicht rechten. Wir möchten nur einigermaßen zu fragen uns erlauben, ob sich der Vers, wohl des kolossalen Inhalts seiner Worte bewußt war, als er dahin schrieb: R. Akiba habe die Partikel Etii niemals als Casuszeichen, sondern stets als Andeutung angesehen haben wollen, hätte aus jedem Eth eine Halacha gefolgert, ״ — ,היה חרש כל אחין שבחורהKol Ethin Schebathorah"! — Alle Eti! in der Thorah — und aus jedem eine halachische Bestimmnng herausgefolgert — hat der Vers, nicht Recht, den R. Akiba den Mann ״der exorbitanten Interpretationen" zu nennend Sehen wir uns aber nach unserer Gewohnheit die Sätze des R> Akiba im Talmud etwas näher an, verliert die Sache doch etwas von ihrer überwuchernden Ungeheuerlichkeit. Wie viel mal mag wohl die Partikel ״Etii" in der Thorah, Vorkommen? Und wenn nun R. Akiba ein jedes solches Etii gedeutet, wie viele aus einem Etii abgeleitete Halachoth müßten sich nicht unter den mehr als sech shuudert uns vom R. Akiba aufbewahrten Sätzen befinden? Wir würden uns schon nicht wundern, wenn alle 600 nichts als Kindlein gedeuteter Etii wären. Mindestens müßten wir doch ein paar armselige Hundert erwarten. Wie viele finden sich aber in Wirklichfett vor? So wett wir gefunden — gar Kerns!! Wir glauben, einen Preis aus noch Eine halachische Deutung eines Etii vom R. Akiba außer der Einen Einzigen: אחד׳ אלדיך חירא לרבוח ח״ה setzen zu dürfen! Wir habe» keine Zweite gefunden. Die Phantasie des Vers, ist aber unersättlich. Nicht genug, dem arnlen R. Akiba die Deutung eines jeden Etii in der Thorah aufgebürdet zu haben, soll derselbe auch noch ״das so häufig vorkommende Einleitungswort לאמור gedeutet und dadurch der Deutung ein weites Feld geöffnet" haben; es heiße