Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1857)
- Article
- Summarische Geschichte der Juden in Frankreich
- Date
- 1857-07-01
- Page
- 522 (sequence 9)
- Language
- German
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522 Summarische Geschichte der Juden in Frankeich. Krone abhängen, sei es,. daß sie Städten, Gemeinden, geistlichen oder weltlichen Herrschaften oder sonstigen Personen ohne Ausnahme gehören, sei es!enter welchem Titel cs sei; wir untersagen allen Einnehmern, Beamten und der Erhebung der gedachten Zölle Vorgesetzten bei Strafe des Ungehorsams irgend einen solchen Zoll für die Person eines Juden oder einer Jüdin zu fordern und dies ohne Rücksicht auf alle entgegenstehcnde Verhandlungen, Reglements, Tarifc und Bekanntmachungen, welche wir alle aufgehoben haben und mit gegenwärtigem Edikt aufheben, indem wir uns das Geeignete hinsichtlich der Entschädigungen festzusetzen Vorbehalten, die etwa , zu gewähren sein sollten." Endlich schließt die nur zu lange Aufzählung der Verfügungen hinsichtlich der Juden vor der Revolntion von 1789 mit Patenten vom 10. Juli 1784, die zahlreiche lästige Bestimniunge» in Betreff der Juden in! Elsaß enthalte!!. Es heißt darin, daß diejenigen Juden im Elsaß, welche das dem König schuldige Schutzgeld, die den Herrschaften und Städten schuldige Aufnahme- und Aufenthalts-Gebühren, und die Beiträge zu den Cameral-Cassen nicht gezahlt haben, innerhalb drei Monaten die Provinz verlassen müssen, bet Strafe verfolgt und wie Vaga- Hunden und Leute ohne Heimath behandelt zu werden; daß keine Herrschaft, Stadt und Gemeinde bei 300 Livres Strafe, irgend einen fremde» Juden in Zukunft aufnehmen dürfe; daß kein Jude im Elsaß sich ohne Erlaubnis! des Königs verheirathen dürfe, bei Strafe der Ausweisung und 3000 Livres von dem Rabbiner, der die Trauung vollzogen u. s. w u. s. w. Aber im Lause des achtzehnten Jahrhunderts hatte sich eine große Bewegung der Geister vollzogen. Eine Plejade ausgezeichneter Denker hatte unaufhörlich die alten Vorurtheile angegriffen und eine sociale Umgestaltung vorbereitet. Zahlreiche Schriften jeder Art, die einen voller Beredtsamkett und Feuer, die andern voller Geist und Witz, hatten die liberalen Grundsätze, welchen der baldige Sieg bevorstand, in alle Geister dringen lassen. Voltaire, unerniüdlich am Werke, hatte insbesonders zu diesem Resultate beigetrage»; sein unerschöpflicher Geist hatte Breche in den Fanatismus gebrochen; seine große'Popularität hatte die Grundsätze der Toleranz znm Gemcingnb gemacht. Ein ungeheurer Fortschritt hatte sich in den Ideen vollzogen. Die umgestaltendc Kluth stieg, stieg unaufhörlich. Tur-