Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1857)
- Article
- Summarische Geschichte der Juden in Frankreich
- Date
- 1857-07-01
- Page
- 519 (sequence 6)
- Language
- German
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Von A. E. Halphen. 519 pelt er seine Wuth. Er hat eine mächtige Sekte vor sich, die sich von Tag zu Tag vergrößert, die in den höchsten Schichten, selbst bis zu den Stufen des Thrones Anhänger wirbt. Es sind nicht mehr ein Paar Juden, die man verfolgen, plündern, verjagen, niedermetzeln kann, ohne Widerstand zu finden ES ist eine bedcutendc Parthet, von den berühmtesten Führern geleitet und die sich stark genug fühlt, sich zu vertheidigcn. Da beginnen nun die Religionskriege, die nun bald Frankreich mit Trümmer« und Blut bedecken. Der emporgestachelte Fanatismus will um jeden Preis siegen, und sucht durch Schrecken zu herrschen; die Inquisition erfindet die haarsträubendsten Qualen. Es ist ferner nicht die Frage zwischen dem Katholtcismuö und dem Judenthum. Es ist die Frage zwischen Katholicismus und Protestantismus. Die Juden sind in dem Streit vergessen; man beschäftigt sich noch kaum mit ihnen. Die Entwickelung der Erkenntniß wird gleichwohl in ihrem Berufe die Geister erleuchten; die Partheien legen die Waffen nieder; der Fanatismus selbst weicht der Uebermacht der Vernunft; Völker und Regierungen kommen endlich dahin zu begreifen, daß das Glück den Nationen in der Freiheit, in der gegenseitiger Duldung und im Frieden seinen Boden habe. Die Inden waren 1492 aus Spanien, 1496 aus Portugal vertrieben worden, und eine große Anzahl von ihnen flüchteten sich in das südliche Frankreich, insbesondere nach Bordeaux. Es waren dies größtentheils Kanfleute, die sich durch Handel bereichert hatten. Dem Tode zu entgehen, waren sie genöthigt worden, sich einer Scheintaufe zu unterwerfen, woher der Name: Neuchristen stammt, unter welchem diese portugiesischen und spanischen Kaufleute bekannt waren. Die Reichthümer, die sie nach Frankreich mitbrachten, ihre commerciellen Fähigkeiten, die nur zum Gedeihen des Landes bettragen konnten, verschafften ihnen eine günstige Aufnahme. Die zahlreichen Dienste, welche sie in den verschiedenen Gebieten des Handels und der Industrie leisteten, veranlaßte die Bewohner Bordeaux und anderer Städte, wo sie sich niedergelassen hatten, sich für ihr Gcschick zu interessiren uns für sie den Schutz der Regierung anzurusen. Heinrich II. gewährte ihnen durch Patente vom Monat August 1550 das Recht, sich mit ihren Familien bleibend in Frankreich niedcrzulassen, dort frei den Handel au-züben, überhaupt alle die den ander»