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Jeschurun · 1857-07-01 · Heft 10 (Juli 1857) · p. 507

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 10 (Juli 1857)
Article
Jüdische dramatische Dichter in Spanien
Date
1857-07-01
Page
507 (sequence 4)
Language
German
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Von Dr. M. Kayscrling. 507 Ursprung der Erdbeben und Stürme" eröffnete er 1632 seine literarische Laufbahn, zu welcher Zeit er sich auch als Arzt in Valladolid niederließ. In dieser Stadt übte er einige Jahre seine Kunst mit solchem Glücke, daß er bald daraus als Oberarzt (physico mor) nach Madrid, dem spanischen Athen, wie es zu jener Zeit genannt wurde, berufen ward. Seine Geschicklichkeit wurde an diesem Orte bald allgemein anerkannt und man gab ihm das Zeugniß, daß die von ihm angeordncten Mittel nie ihre Wirkung verfehlten. Die ersten Jahre seines Aufenthalts waren sowohl praktisch wie auch literarisch gänzlich der Medictn gewidmet, so erschien 1634 seine mit geschichtlicher Einleitung und Anmerkungen versehene Schrift de Febri syncopali, in welcher er mit einer neuen Theorie auftrat. Dieser folgte im darauf folgenden Jahre das Werk ״über die grüne Farbe, das Symbol der Hoffnung, das Zeichen des Sieges", welches er der Donna Isabel Henriqnez widmete. In demselben Jahre lernen wir Cardoso von einer neuen Seite kennen, Cardoso als Leichenredner. Seine Rede auf den Tod des größten spanischen Dichters Lope de Vega Carpio wurde dem Herzöge von Seffa, welcher bekanntlich die Manuskripte Vega's geerbt, dafür aber auch die Verpflichtung übernommen hatte, die Zierde der spanischen Literatur in einem prächtigen Aufzuge zur Erde zu bestatten, gewidmet. Wir wissen nicht, in welcher Beziehung Cardoso zu dieser spanischen Coryphäe stand — vielleicht war er sein Leibarzt — und sind nicht abgeneigt, den Berührungspunkten nachzuspüren, welche zwischen Lope de Vega und der Geschichte der Juden sich auffinden lassen. Zur Charakteristik dieses seit Jahrhunderten gefeierten, als bekannt vorausgesetzten Mannes möge hier erzählt werden, daß er, der schwelgerischen Liebe zu seiner Donna endlich müde, ernstlich an die Religion dachte, an frommen Werken Gefallen fand, in den Straßen von Madrid noch heute von den Bettlern abgesungene heilige Lieder verfaßte und sodann als Geistlicher treuer Diener und Freund des Santo Offiicio wurde. Lope de Vega, der Dichter des eroberten Jerusalems, der frühere Sänger ausgelassener Liebeslieder, der trostlos war über den Verlust eines ihm früh entrissenen Kindes — präsidirte bei dem Akte eines Auto da fä, wo ein dreierlei Verbrechen wegen angeklagter Elender aus Catalonieu den Feuertod erleiden sollte und auch erlitt. Der Unschuldige beso

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