Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1857-07-01 · Heft 10 (Juli 1857) · p. 506

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 10 (Juli 1857)
Article
Jüdische dramatische Dichter in Spanien
Date
1857-07-01
Page
506 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2932754-2932835-2932846-2941232--02737-2941285
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

506 Jüdisch« Dichter in Spanien VIII. legte er auch den Grund zu seiner später« Berühmtheit. Mit eminen-- ten Anlagen versehen, wurde er früh zum Studium bestimmt — Philosophie, Medicin und Naturwissenschaften bildeten den Kreis seiner geistigen Thätigkeit an der spanischen Universität Salamanca, und was er in genannten Fächern geleistet, das bekunden seine Schriften, seine leider! nur zu selten gewordenen Werke. Das Studium, welches er, wie man heute zu sagen pflegt, zu seinem Fache und für sein Brod wählte, vielmehr wählen mußte, war die Kunst, die wir die südische par excellence nennen mochten — die Medicin. War und ist die jüdische Nation, welche die Vorsehung sich herangebildet, sich erzogen und wunderbar geleitet hat, von ihr zugleich im Allgemeinen berufen, die ihr einzig und allein grossenbarte Lehre unter den Völkern zu verbreiten, somit Träger, aber auch Dulder seines Erbtheils zu werden; konnte ein jüdischer Platoniker mit vollem Rechte von diesem Volke sagen, daß demselben das Prophetenthum für das ganze Menschengeschlecht anvertraut worden war, — und seine Mission hat wahrlich noch nicht aufgehört! — so glauben wir mit Recht behaupten zu dürfen, daß die Juden im Besondem berufen waren, wie der Seele die geistige Speise der Erleuchtung, so auch dem kranken Körper Heilung zu bringen, als Aerzte sich an den Höfen aller Großen wie in die verfallensten Hütten Eingang zu verschaffen — und es giebt kein Land, wo nicht jüdische Aerzte als Meister dieses so hohen, göttlichen Berufs geschätzt und geachtet gewesen sind. In den frühesten Zeiten waren es Juden, die in Spanien und an den maurischen Höfen, in Frankreich und Italien, Deutschland und der Berberei als Aerzte wichtige Rollen spielten. An Austreibung und Verbannung gewöhnt, konnten sie ja so ihren Meisterbrief, ihr allenthalben gültiges Credttiv, als einen sie äußerlich nicht beschwerenden Schatz, allenthalben mit sich führen. Die Medicin ist die jüdische Kunst bis auf den heutigen Tag geblieben, wie denn auch die Regierungen der deutschen Länder unablässig in der ״wohlwollendsten Absicht" für die Vermehrung der jüdischen Aerzte sorgen. Unsre Jünger der äsculapischen Kunst könneu stolz sei» auf einen Genossen wie Isaak Cardoso es war. Mit einer Schrift über den Vesuv ״berühmt durch seine Ver- Wüstungen und durch den Tod des Plinius, den wunderbaren Brand im Jahre 1631, über seine natürlichen Ursachen und den wahren

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.