Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1857)
- Article
- Thamus
- Date
- 1857-07-01
- Page
- 499 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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ThamuS. 499 den Zwiespalt in unserm Innern erzeugen und nicht mehr Gott angchören mit ungethetltem ganzen Herzen und ganzer Seele. Die Güter, die wir erst neben der Thorah und außer der Thorah in selbstständiger Werthschätzung zu achten und zu erstreben begannen, werden gar bald die Thorah auch ans der bisherigen Gletchberchtigung verdrängen, wir werden gar bald am Scheidewege stehen und uns zwischen Vortheilen, Genüssen, Ehren und Menschenbeisall und Menschenfreundschaften, die jene Güter bieten, und der Thorah zu entscheiden haben, die die Entsagung manchen Vorthcils, manchen Genusses fordert und für die greifbaren Ehren-, Beifalls- und Freundschafts-Bezeugungen der Menschen nur auf den stillen Beifall des eigenen Innern und auf die stille Seligkeit des Wohlgcfallens unseres Gottes hinweist. Nicht umsonst hat uns Gott wiederholt gesagt, wie ״eifersüchtig" Er auf unsere Liebe und An erkennung ist, hat uns nicht umsonst gewarnt, ״du sollst keine andern Götter neben mir haben!" Mit jedem Plätzchen, das wir irgend einem Gute neben Gott und seinem heiligen Wort auf dem Throne unseres Herzens einräumen, führen wir einen Nebenbuhler unserer Gottesliebe und unserer Hingebung an Gott bei uns ein und geben unsere Gedankeneinheit, unfern Seelenfrieden und unfere Lebensrcinheit preis. Und hat erst dieser Zwiespalt die Gedanken und daS Leben der Eltern ergriffen, wie werden die Kinder, wie wird das kommende Geschlecht Gott zublühen? Sie werden vor Allem gelehrt werden, לברך בחורה תחלה erhiv, nicht Gott zuerst für die Thorah zu preifett. Man wird zufrieden sein, wenn nur die Kinder nicht ganz unwissend in der Thorab bleiben, man wird — um in brr Sprache unserer Gegenwart zu reden — es für genug erkennen, wenn stc doch die heilige Sprache lesen und Einiges vom Pentateuch und den Gebeten verstehen können, und anstatt zuerst dafür zu sorgen, daß das Geistesleben der Kinder vorzugsweise auf dem Boden der Thora erblühe, anstatt sich ztimeist darüber zu freuen, wenn die Kinder in Kenntniß der Thorah fortschreiten und dafür ״zuerst Gott zu preisen", wird man ängstlich darauf Bedacht nebmen, daß sic nicht zuviel ״Hebräisch" lernen, wird in der Kenntniß der Thorah nur einen Rivalen jener Kenntnisse erblicken, die greifbare Güter und Vortheile versprechen, wird vor Allem ernstlich befürchten, eS dürste die Zu-