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Jeschurun · 1857-06-01 · Heft 9 (Juni 1857) · p. 442

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 9 (Juni 1857)
Article
Siwan
Date
1857-06-01
Page
442 (sequence 4)
Language
German
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442 Stwan. Mehreres als bloßes, treues Organ des von Gott Gesprochenen, wäre Moses der Dichtergenius, dessen Poesien, der Chronist, dessen Historien, der legislatorische Geist, dessen Gesetzesschöpfnngen wir in der Thora vor uns haben, und die wir darum ״göttlich" zu nennen uns accomvdtren, weil wir die Begeisterung, die die Dichtungen geschaffen, den Zufall, der dem Chronisten die Urkunden in die Hände geführt, die Einsicht, die die Gesetzgebung diktirt, in ihrer ersten Anregung, Fügung und Spende — wie alles andere Menschen Beglückende — auf Gott zurückzuführen — doch noch so kindlich-na!v, oder so rücksichtsvoll klug sein zu müssen vermeinen, — ja, wäre das uns durch Moses und Israel als von Gott gesprochenes Gottes Wort überkommenes ״Gotteswort" auch nur irgendwie durch Moses und Israels Auffassung vermittelt uns überkommen, wir müßten der Möglichkeit Raum geben, es sei dieses Wort, wie es uns überkommen, von dem Fassungsvermögen, den Einsichten, Ansichten, von der ganzen Bildungsstufe des Volkes und des Mannes bedingt, durch welche es uns geworden. Und da kein Volk und kein Mann zu irgend einer Zeit, nnd wären es die geistig Begabtesten, sich den Einflüssen ihrer Zeit ganz zu entziehen vermögen, und jede menschlich erreichte Stufe die Möglichkeit in sich hält, von einer spätern ins Unendliche überflügelt zu werden, wer wollte Moses und Israel von diesem allgemeinen Gesetze der Menschennatur freigcsprochen wissen und die ׳Möglichkeit einer Zeit vernetnen, die berechtigt sein dürfte, das was einst dem Moses und seiner Zeit als die Summe der höchsten Weisheit erschienen, als schwache Versuche einer kindlich tappenden Vernunft zu belächeln und was sie aus den Zeichen der Gottheit heraus interpretirt als Träume einer befangenen Zeit zu bemitleiden. Es war eben eine egyptische Ziegelbrennerhorde und allerdings ihr edelster, Sohn, aber doch immerhin ihr Sohn, in deren Brust — sonderbarer Weise! — der Gottesfunke zündete, es war ein ״Dornbusch", an welchem die Gottesflamme aufleuchtete, — wird das Licht so rein, wie im Aether geleuchtet haben, die Flamme nicht bedingt sein dnrch den irdischniedrigen Stoff, der sie nährte, und wird es da nicht gelten, dieses Irdische von dem Göttlichen, die farbige Hülle von dem glänzendlichten Kern zu scheiden? Das wissen alle dis sehr wohl, die den Moses an die Spitze

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