Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1857)
- Article
- Siwan
- Date
- 1857-06-01
- Page
- 441 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Stwan. 441 quickung und Verschmelzung mit Jeglichem, was sonst Traum und Begeisterung, Phantasie und Gedanke, Dichtung und Spekulation aus der Brust der Sterblichen erzeugt. Gott sprach. Er hauchte nicht den Funken der Begeisterung in die Brust eines Sterblichen, der ihn über die Beschränktheit gewohnlicher Anschauungen zum Erfassen eines Hvhern, Wahrer», Reinern hob, und das er dann ״angeweh't vom Gotteshauche", aber immerhin unbefreit von menschlichem Jrrthum und menschlicher Beschränktheit im Namen Gottes der horchenden Menge verkündete, und aus dem nun das Epigonen-Geschlecht den Kern aus der Spreu, das Wahre aus dem Falschen, das Göttliche aus dem Menschlichen auszulesen hätte, — Gott sprach. Gott sprach. Er gab nicht Erscheinungen, die erst des Verständnisses, Räthsel, die der Lösung, Bilder, die der Deutung, Symbole, die der Erforschung bedurft hätten, deren Verständniß und Lösung, deren Deutung und Erforschung dann noch immer den Zweifel an dem richtigen Verständniß, an der richtigen Lösung, Erforschung und Deutung zngelassen hätte, — לא במראה ולא בחידוח — Gott sprach, und Moscheh und Israel hatten nur aufzuhorchcn, um zu verstehen und der Nachwelt das von Gott Gesprochene zu überliefern. Gott sprach. Und darum sp.richt noch Gott aus dem Buche seiner Thorah unmittelbar zu uns und zu einem Jeglichen unserer spätesten Enkel. Es sind nicht Israels, es sind nicht Moscheh's Worte, in die sie etwa das von Gott ihnen Eingegebene gekleidet, ״Gott sprach alle diese Worte zu eurer ganzen Gesammtheit" und es sind seine Worte, die noch heute ein Jeglicher von uns aus seinem Buche vernimmt. Noch lodert uns der Horeb-Gipfel und mit den Vätern hören wir noch — Gottes Wort. Gott sprach — Damit ist jeder Zweifel an dem Inhalt, jeder Zweifel an der Göttlichkeit eines jeden Wortes dieser Thorah beseitigt. Damit ist aber auch jede Möglichkeit jener sogenannten Perfektibtlität, jener Vervollkommnungssähigkeit des göttlichen Gesetzes, jener erträumten Fortschrttts-Noth- Wendigkeit, nicht der Menschen im Gottes Worte, sondcrn des Gotteswortes mit dem Menschen vernichtet. Hätte Gott nicht gesprochen, wäre Israel, wäre Moses ein Zö*