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Jeschurun · 1857-05-01 · Heft 8 (Mai 1857) · p. 410

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Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 8 (Mai 1857)
Article
Geschichte der Juden
Date
1857-05-01
Page
410 (sequence 15)
Language
German
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410 Geschichte der Juden von De. GrLtz. Elster Artikel. von R, Akiba aufbcwahrl sind, kaum vierzig, also kaum zehn Sätze mehr sich befinden, hie eine derartige Deutung enthalten, als wir so eben vom R. Jsmael mitgetheilt haben. Der Verfasser versichert freilich S. 63, R. Akiba's Mitwelt sei ״überrascht, geblendet und begeistert" von dessen neuer Weise der Gesetzcsdcutung gewesen und verweist aus Stfri Parascha Behaalothccha hin, wo R. Tarphon, der früher R. Akiba überlegen gewesen, (wir wissen nicht woher diese Angabe?) in einem verehrenden Tone zu ihm äußerte: ״Wer von dir weicht,׳weicht von seinem rwi- ״gen Leben, was die Ucberlteserung vergißt, has stellst du durch ״deine Deutungen wieder her." Allein hätte der Verfasser, die von ihm citirte Stelle, so wie die ganz ähnliche Sebachim 13 geprüft, er würde gefunden haben,, daß (mit alleiniger Ausnahme des את ד אלדיך תירא, worauf wir noch zurückkommen) dort, so wie in sonstigen Stellen, wo uns R. Akiba als Epoche machend mit den Worten: "עד שבא ר״ע וליטר, so. glaubte man, bis R. Abika kam und lehrte" aufgeführt wird, es gerade nicht derartige Schriftdeutungen sind, auf die R. Akiba seine Lehre stützte, er vielmehr entweder die Tiefe des einfachen Textes hervorhebt, oder eine der Hillel'schen Deutungsregeln anwendet, oder endlich nur aus seiner umfassenden Kenntniß der Halacha das Erforderliche zur Präcisirung einer lleberlteferung hevorhebt, deren Sinn seinen Zeitgenossen unklar geworden. Betrachten wir diese Stellen: An der vom Verfasser citirten Stelle: Sifri Bcchaalotecha 75 zu Numeri 10, 8. hatte R. Tarson gelehrt, daß auch Leibesfchler habende Priester zum Posaunenblasen tauglich wären. R. Akiba aber widersprach dem und begründete seine Lehre vermittelst גזרה נאמר כאן כד,נים ונא' להלן כהנים וגו' :שוה, also vermittelst einer Hillel'schen Regel. R. Tarfon berief sich in unwilliger, heftiger .Weise daraus, daß er mit eigenen Augen seinen mütterlichen Oheim, der an einem Fuß lahm gewesen, das Posaunenblasen verrichten gesehen. R. Akiba erwiderte ihm, das möge wohl am Neujahr, VersöhnungStagc oder Zobel gewesen sein, wo. auf R. Tarfon ausrief, wahrlich du hast Recht, Heil dir Abrahain, daß ein Akiba von dir entstammt. Tarfon hat cs gesehen und vergessen, Akiba hat nur geforscht und trifft das Richtige. Wer von dir läßt, läßt gleichsam von seinem Leben.

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