Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1857)
- Article
- Geschichte der Juden
- Date
- 1857-05-01
- Page
- 409 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2932754-2932835-2932844-2941011--02570-2941069- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
R. AM» und R. Jrmael. 409 | gewürdigt worden zu sein. Hören wir die ״Quelle", so lautet l sie: שלש עשרה השנה עשה ר' עקיבא נכנס אצל ר׳ ליעוד ולא היה יודע בו וזו היא תחילת תשובתו ,הראשנה לפני ר' ליעזר und was sagt sie uns? jj Dreizehn Jahre verbrachte R. Akiba als Zuhörer bei R. Elieser, ohne daß dieser ihn kannte.'*) Und warum kannte er ihn nicht? Weil, wie die Quelle erzählt, dies der erste Einwurf war, den R. f Akiba gewagt. Bis vahin war er schweigender Zuhörer gewesen, jj hatte also R. Elieser gar keine Gelegenheit gegeben, seine Tüchtigjj feit kennen zu lernen. War es ein Wunder, daß R. Elieser keine! große Meinung von dem dreizehn Jahre schweigsamen Jünger gej habt? Man steht, die Erzählung des Verfassers, daß R. Elieser \ den R. Akiba keiner belehrenden Antwort gewürdigt, ist eine, dem klaren \ Inhalt der ״Quelle" widersprechende, unwahre Erdichtung. Dies j jedoch nebenher. Wir haben hier nicht unwahre Charakterschilderunf gen, sondern unwahre Lehr-Entwickelungs-Geschichten zu prüfen. Ein! Blick in die S. 66 dieses Jahrg. dargelegten Lehrsätze des R. Elt- ן eser zeigt also das System bet seinem Lehrer, dem angeblichen Feinde j aller Gesetzdeutungsmcthoden, in voller Blüthe, als dessen Schöpfer k wir, nach dem Verfasser, R. Akiba betrachten sollen, j Ein fernerer Blick in die 2. Jahrg. S. 207 ff. dargelegten i Sätze der Schule Schamai's, — die sich durch Sätze der Hillcl'schen j Schule wohl noch um das Doppelte vermehren ließe», — zeigt aber j sofort auch, daß diese Akibaischen Deutnngsweisen überhaupt etwas j ganz allgemein Anerkanntes war und durchaus nicht zu der Eigenj thümlichkeit dieses und jenes Lehrers gehörte. Wir. finden hier ja z die angeblich Aktbaischen דבו״ס und מיעוטים bereits bei beiden Schn-! len in ganz gewöhnlicher Anwendung. \ Ja, was noch mehr ist, so wenig gehören diese Art Schriftdeuj tungen zu den Eigcnthümlichkeiten des R. Akiba, so wenig ist es t wahr, daß R. Akiba eben durch diese Partikeln-, Sylbcn- und Buchj stabendeutung als Epoche machend dastche, daß unter den mehr als! 600, sage mehr als sechshundert Sätzen, die uns im b. Talmud *) ידע ביה heißt einfach: Jemanden kennen, wissen was an Jemanden ist, so: י ד עי חון ביה דרמאי הוא (ב״מ בה ב׳), לא יאמד להם לבו אצל בלוני שהוא מוכר-חמאה וי ו רע ב ו שלא מכר מעולם (שם נח ב') הפץ ז ה יודעאני בו שש1ה מאחים (שם נא' ב') und sonst sehr häufig.