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Jeschurun · 1857-05-01 · Heft 8 (Mai 1857) · p. 399

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 8 (Mai 1857)
Article
Geschichte der Juden
Date
1857-05-01
Page
399 (sequence 4)
Language
German
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R. Skiba und R. Jsmaet. 399 ״keine Sylbe, nicht einmal ein Buchstabe; jede Eigenthümlichkeit deS ״Ausdruckes, jedes Flickwort, jedes Zeichen will als höhere Bezeich- ״nung, als ein Fingerzeig, als eine tiefere Andeutung angesehen ״sein. In dieser Beziehung ging R. Akiba über seinen Lehrer ״Nachum auS Gtmso weit hinaus, der nur in einigen Partikeln ״der Schrift Andeutungen gefunden hatte; jener aber fand sie in ״jedem Elemente des Satzes, welches nicht ganz streng genommen ״zum Sinne gehört. R. Akiba fugte also eine Menge Den- ״tungs- und Folgerungsregeln zu denen Hillels und ״Nachums hinzu, welche ganz neue Anknüpfungspunkte ״für das traditionelle Gesetz boten. War eine Folgerung ״aus dem richtigen Gebrauch der Regeln gefunden, so ״konnte nach diesem System dieselbe wiederum als Vor- ״dersatz einer neuen Schlußfolgerung gelten, und so ins Unendliche." — — ״R. Akiba hatte mit seinem System eine neue Bahn gebrochen, ״neue Gesichtspunkte eröffnet — — Indessen so beifällig man auch ״dieses Lehrsystem, zu deffen- Handhabung Verstandesschärfe und ״Geistcsgewandtheit erforderlich war, ausgenommen hat und später ״für die Halacha-Entwickelung zu Grunde legte, so hatte es auch ״seine Gegner gefunden." *) ״In der Entwickelung der jüdischen Lehre, in welche R. Akiba ״gewissermaßen ein umwälzendes Element gebracht hatte, nimmt R. Jsmacl b. Elisa eine nicht unbedeutende Stellung ein; er ״vertrat in der Auslegung und Deutung des schrift- ״lichcn Gesetzes den natürlichen Sinn und so zu sagen ״den gesunden Menschenverstand und wurde dadurch der ״Hauptgegncr des von R. Akiba ausgegangenen Lehrsy- ״st eins." ״Seine Ansichten über das Verhältniß der überlieferten ״Lehre zum.Schriftworte zeichnen sich durch eine verständige, unge- ״künstelte Haltung aus und scheinen ganz besonders gegen R. Akiba's ״künstlerisches Lehrsystem gerichtet zu sein. Einer seiner Grundsätze ״lautete: Die traditionellen Bestimmungen dürfen nicht zu den aus- ״drücklichen Worten der Schrift im Widerspruch stehen, die Halacha ״müsse mit dem heiligen Texte harmoniren. Nur in drei Fällen * S. 80 ff. U

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