Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 7 (April 1857)
- Article
- Aus Hamburg
- Date
- 1857-04-01
- Page
- 374 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Conesp»!ldk»z. 374 ihrer Namenszetchnung zu erlernen, so scheint beinahe auch in unserer Gemeinde die Ansicht Platz gegriffen zu haben, die Thora- Wissenschaft sei nur für die ״niedere Klasse" da, die ״höhern" seien eben zu hoch, um etwas mehr als die nothdürfttgste Kenntnisi des hebräischen Lesens sich zu erwerben. Während man also einen guten Schulunterricht für die Armen hergestellt hat, welchen man sehr bezeichnend schlechthin ״Thalinud Thora" genannt, ist für den Unterricht der Kinder unserer Reichen und Wohlhabenden Nichts geschehen, nicht einmal so viel im großen Hamburg, wie im kleinen hannover'schen Landstädtchen, das nur einige wenige jüdische Kamilien zählt. Hier giebt man sich doch wenigstens Mühe, einen Lehrer zu gewinnen, der für die geringe Besoldung, die ihm gewährt werden kann, den hebräischen Unterricht nach besten Kräften versorgt, und hat dadurch in so wett seiner Pflicht genügt, das gethan zu "haben, was in beschränktem Kreise mit beschränkten Mitteln geschehen kann. Wir Hamburger aber müssen beschämt zurückstehen. Unsere Kinder erhalten in den besten Real-, Bürger- und Gclehrtenschulen in allen technischen, physikalischen und linguistischen Wissenschaften von den besten Lehrern und Professoren den besten, sorgfältigsten Unterricht. Die höchste aller Wissenschaften aber, zu der alle übrigen nur die Propädeutik bilden, sollen sie erreichen bet dem Unterrtchte von Lehrern, die, höchst ehrenwerthe Männer, doch am allerwenigsten ine Stande sind, diesen Unterricht zu erthetlen. Glauben wir denn in der That, daß bei diesem Unterrichte irgend etwas Gedeihltches herauskommcn kann? Unsere Kleinen eilen nach den anstrengenden Schulstunden nach Hause und werfen im kecken, jugendlichen Uebermuthe — vor der Hand die ganze Lust zum Lernen ab — was man billigerweise ihnen auch nicht verübeln kann. Kaum haben sie die Zeit gehabt, einige Male lärmend die Treppe hinunter und herauf gejagt zu haben, als man ihnen schon mit der Nachricht kntgegentrttt, der Lehrer sei da. Mit welcher Freude sollen sie nun zum Lernen schreiten? Außerdem unterscheidet sich der hebräische Lehrer gar sehr von den anderen. Während diese sehr wohl den Kindern entgegenzutreten wissen, ist jener schon froh, wenn seine Schüler ihn nicht zurechtweisen, denn diese sind ihm ja größtenteils überlegen. Jeder unrichtige Ausdruck, Seitens des Lehrers wird