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Jeschurun · 1857-04-01 · Heft 7 (April 1857) · p. 372

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 7 (April 1857)
Article
Aus Hamburg
Date
1857-04-01
Page
372 (sequence 2)
Language
German
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372 Korrespondenz. Drei Säulen bilden das Fundament der Gesellschaft, sagen unsere Weisen: Thora, Aboda, Gemulaß Chasadim. Nur auf festem, gesundem Fundamente kann ein fester gesunder Bau erstehen, lehrt uns die Architektur. Und der Bau, den das Judenthum errichten will, ist kein gewöhnlicher. Nicht der Grund allein muß aus starken Grauitblöcken bestehen, wahrend die Wände mit luftigen Papierstreifen beklebt, und die Fa?ade mit leichter Cementmischung geziert ist, sondern das ist das Eigenthümltche dieses Gebäudes, daß es ganz aus festen Quadersteinen gebaut werden will, und auch die Mauern, selbst die innere und äußere Ausschmückung aus demselben Stoffe beste- Heu soll, wie die Säulen, die das Fundement bilden. Darum dürfte es wohl am Platze sein, die Beschaffenheit dieser Säulen zu untersuchen, wenn wir über die Beschaffenheit unseres Gemeinde-Gebäudes uns ein Urtheil bilden wollen. Thora heißt die erste, und nicht nmsonst weist ihr das Wort unserer Weisen diese — erste, wichtigste Stelle an. Ist sie doch die Grundbedingung einer jüdischen Gemeinde, und stempelt die Gemeinde erst zu einer jüdischen, wie sie die Nation der Juden erst zur jüdischen Nation macht. Ohne Thora keine Inden. Der Geist, der aus ihr redet, ist cs, der allein es vermag, Segen und Heil, Friede und Freude der Menschengesellschaft zu bringen. Jeder reinere Gedanke, jede höhere That, jedes heiligere Ziel, alles Reinere, Höhere und Heiligere was auf Erden gedacht, geübt und erstrebt wird, t'st allein das Werk von größeren oder kleineren Bruchstücken, die sich die Menschheit von dieser hehren Säule abbröckclt. Wie steht es um den Thorageist in unserer Gemeinde? Wie ist dafür gesorgt, daß die Kenntutß derselben in das Gemüth und Herz unsrer Kinder dringe? Wohl steht unsere Gemeinde, wie vielleicht nicht zwei auf deutschom Boden, groß da in Hinsicht der vielen Stiftungen, ans denen Männer erhalten werden, die dem Thorastudtum obliegen, wohl sindet sich in unserer Gemeinde noch eine ganze Anzahl von Familien- Vätern, die mit der Thorawissenschaft vertraut sindwohl zeugen die vielen Vereine und Gesellschaften, daß der Geist der Thora noch in der Brust unserer Männer wach und lebendig ist, und wohl Tonnen wir im Bewußtsein alles dieses kühn das Haupt erheben

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