Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 7 (April 1857)
- Article
- Der Ghetto und die Juden in Rom
- Date
- 1857-04-01
- Page
- 366 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2932754-2932835-2932843-2940919--02501-2940982- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Ghetto ünd die Juden in Rom. GPU in fünf SprenM oder Parochten WsMt, von denen -Me eine besondere Art darftM, je nach der vorherrschenden Nationalität der Judensprengel, deren Väter entweder seit Ältersher römischjüdisch gewesen sind, oder von Spanien und Sicilien hergeleitet werden. Man sagte mir, daß der Sprengel del Tempio behaupte, Nvr allen andern Hebräern von den Juden vor Titus abzustammen. Jede Synagoge hat ihre Schule, in welcher die Kinder uothdürftig lesen, schreiben und rechnen lernen, Wissenschaften aber nicht gelehrt werden, Und eine jede hat ihr Aüerheiltgstes, worin der Pentateuch aufbewahrt wird. Ich sah diese Dempelsäte am Osterfeste. Dir ArMuth des Ghetto hat sich Hier Gold und Silber abgernngen, um ein mosaisches Haus in aller Stille und Heimlichkeit auszustatten. Schon von außen verräth sich das Synagogengebäude nicht allein durch Inschriften, sondern durch seinen vereinzelten Baustyl. Seltsam ist es in seiner Dürftigkeit zu betrachten, Und rührend die naive Aermlichkeit der Kunstmittel, mit denen die Juden ihr Gotteshaus gleichsam verstohlen und nächtlicherweile ausgeziert haben, in Rom, wo die Tempel, die Kirchen und Marmorsäulen in unübersehbarer Pracht sich ansdehnen. Es scheint, als hätten die Zachen aus dieser Fülle des römischen Marmors ein paar kleine Säulenstümpfe, ein paar Kapitatet und einige MarMorstücke htuwrggestohlen, um sie in ihr Gottes- Haus in aller Stille etnzufügen, daß es daran erinnere, wie einst der Tempel von Jerusalem so herrlich war. Das kleine Frontispice, welches sie in der Mitte des Synagogengebäudes eingefügt haben, ist mit korinthischen Pfeilern geschmückt und lehrt, daß auch in den Ghetto der römische Baustyl eingedrungen ist. Auf dem Friese des Hauses, dem man es ansieht, wie es nach und nach sich erweiterte, prangt in Stuck das Abbild des siebcnarmigen Leuchters, die Harfe David's Und die Zither Mtrjam's — — — Doch hier brechen wir ab. Es wollten diese Blätter dazu beitragen, irgend einen Kundigen zu einer ausführlichen Darstellung der Geschichte der Juden Roms anzuregen, welche belehrend und wohlthätig genug wirken sollte. Dieses Stück römischen Alterthums ist schreibenSwerther als manche unfruchtbare Untersuchung über Antiquitäten. Die Entwickelung des römischen Christenthums von