Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 7 (April 1857)
- Article
- Nissan
- Date
- 1857-04-01
- Page
- 342 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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342 Nissan. der ungeeignetste Mann zu solchem Werk! Wie fehlte dem Schuchtcrncn, Bescheidenen, Alles zum Dolksbefreier? ״Wer bin ich, daß ich zum Pharao gehen und daß ich Israel aus Egypten führen konnte?" ״Weil ich mit dir sein werde!" ״Und eben dies — (daß du in dir allen Muth und alle Kraft zu solchem Werk vermissest) — eben dies ist das für dich zeugende Zeichen, daß Ich dich gesendet!" Diese Thatsachc, daß unsere Freiheit und unser ganzes Weltgeschichtliches Dasein reines Werk der 1חוזק ׳, der unmittelbar eingreifenden Hand Gottes ist, die alle unfern Untergang bedingenden Conseqnenzen der natürlichen Verhältnisse der Dinge zu Boden warf, und uns ״auf ihre Adlerstügel" hob, diese Thatsache, daß, wie das Wort es ausdrückt, unsere Freiheit und unser Leben den Verhältnissen abgekämpft werden mußten, mit Gewalt uns Gott aus Mizrajim, das uns die Sklavenwiege stellen wollte, führte, diese Thatsache ist der Granitboden unseres Daseins und unseres Bernfs, mit ihr steht und fällt unsere ganze Bedeutung. Daß uns Gott 1בחוזק ׳ in die Freiheit hob, das macht eben יציאת מצרים und unser ganzes darauf folgendes Dasein zu jenem ם:, zu jenem hoch anfgesteckten Gottes-Wahrzeichen, das Gott nicht nur als Schöpfer, sondern auch als Regenten des Weltalls und Richter, als Vater und Retter in Mitten der Mcnschengeschichte verkündet. Diessalleiil macht יציאת מצרים zum אצבע אלדים, zum Fingerzeig Gottes, der über die Natur auf Gott, über die blind nöthigcnden Naturgesetze auf den sie noch frei meisternden Gesetzgeber, über die durch Menschenwillkühr verschlungenen Potenzen der Menschengcschichte auf den in Gerechtigkeit und Liebe waltende» Allmächtigen hinwcist, und der Menschheit über die Vielheit der Kräfte und Mächte in Natur und Geschichte den Einen, Einzigen, Persönlichen, freien, lebendigen Gott gewährleistet. Daß uns Gott כחוזק יר in die Freiheit hob, das macht zugleich יציאת מצרים zu dem Boden unseres eigenthümlichcn Berufs. Dadurch hat Gott uns, wie der Ausdruck lautet, ״sich erkauft", gehören wir durch und durch Gott an für jeden Gang, den Er unS sendet, für jedes Werk, das Er uns aufträgt. Da schlägt kein Blutstropfen in unfern Adern, da schwingt keine Saite in unfern Nerven, da zuckt keine Faser in unfern Muskeln, da webt keine Empfindung in unser» Herzen, da leuchtet kein Gedanke in unserm