Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 6 (März 1857)
- Article
- Jüdische dramatische Dichter in Spanien
- Date
- 1857-03-01
- Page
- 317 (sequence 8)
- Language
- German
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VI. David Abenatar Melo, der Psalmendichter. 317 Aus finsterer Höllcngrust Aus harter Inquisition Aus stolzer Löwen Klauen Hast Du, o Gott, mich befreit. Du hattest Mitleid mit mir Du allein meine Unschuld erkannt. Ich rief, von Dir ward ich gehört, Reue und Besserung gelobte ich Dir, Da zeigtest Du deine Wunder mir, Vernichtetest meine Verfolger. Schon lastete schwerer auf mir ihre Hand, Ihre glühenden Ketten umstrickten mich — Du o Gott hast sie gelöst. Meine Lebensdauer — noch ein Augenblick — Sie zogen immer fester die Fesseln, Von des Nächsten Hand sollt den Tod ich erleiden. Ich war erstarrt, ohne Athen!, Mein Blick nach oben gerichtet — Da lösten die Banden sie mir. Ich habe geschrieben, habe verzeichnet, Habe gestanden, habe bekannt, Mehr als immer sie wünschten. Ich habe gestehet, die Hände gerungen, Habe gegeben, habe versprochen, Was immer die Häscher verlangten. So hast Du aus dunkelm Kerker, Du mein Gott, mich nun befreit, Die Seele neu belebt Die Du mir hast geschenkt, In Freude fast meine Trauer Du verwandelt Hast Deine Allmacht mir gezeigt, Dafür will ich Dir danken, mein Gott, Dir lobsingen ewiglich. Besonders Ein hoher Gedanke ist es, welcher Melo neben seinein unbegränzten Haß gegen seine Quäler erfüllt, ein Gedanke, der ohne daß man es erwartet, wie ein Blitz durchfährt — die glück-