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Jeschurun · 1857-03-01 · Heft 6 (März 1857) · p. 316

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 6 (März 1857)
Article
Jüdische dramatische Dichter in Spanien
Date
1857-03-01
Page
316 (sequence 7)
Language
German
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31.6 Indische Dichter in Spanien von Dr. M. Kapserling. dem Dto Benigno, dem ihm und Jedem gütigen Götte. Die. diese Widmung ausdrückende, kurze Romance wollen wir unseren Lesen! nicht vorenthalten׳ Aus Liebe zu Dir, mein gütiger Gott, Ergreife ich, selbst ohne Kemttnist, die Feder, Die getaucht ist tu der Klage Wermuth. Dieser erste Versuch, o nimm ihn, Nimm hin dieses schwache Theil, - Möge es immerhin erblühn Zu Deiner Kinder Heil. Dir o Gott will ich es widmen, Dir, mein Herr, es weihen. Daß Mclo seine Lcidenszcit, an welche er durch seinen zerütteten Körper nur zu oft evüutcrt wurde, nicht so leicht vcrgeffen konnte und sein Lebelang an das lichte Spanien mit feinen, schwarzen Folterbänken zurückdachte, ist begreiflich. Wie er nun aus den Psalmen, aus den Liedern, wo die Natur gleichsam Ton und Stimme bekommt, die Elemente sprechen, die Laute des allgemeinen Lebens sich in freier Harmonie der Anbetung widmen, Trost und Beruhigung und Hoffnung schöpfte, wie seine Seele von dem die Psalmen durchwehenden, allbelebenden Hauche der Geschichte zum religiösen Entzücken emporgehoben, Vergangenheiten mit einander und mit der Gegenwart verglich und so den schlummernden , bessern, glücklicheren Zetten seiner Brüder entgegeulächelte, so waren es auch seine Psalmen, in denen er den ganzen Haß und Grimm gegen seine unmenschlichen Quäler, gegen die ״nach Blut lechzenden Wölfe", wie Manasse ben Israel, dieser helleuchtende Stern seiner Zeit, in seiner Schrift nipv sie bezeichnet, nicdergelegt hat. Melo'S Uebersetzung ist daher noch Etwas mehr als eine bloße Uebersetzung — er mischte in viele Psalmen seine Leidensthräneu und schob nicht wenigen Stellen seine eigenen Schmcrzensergießungen ein. Jenes Rachefühl, welches ihn so oft überwältigte und seiner zitternden Hand die Feder führte, überhob ihn bei seiner Uebersetzung der Genauigkeit und Wortlichen Treue. So liefert er in dem 30. Psalm ein schönes Bild der Tortur:

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