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Jeschurun · 1857-03-01 · Heft 6 (März 1857) · p. 304

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Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 6 (März 1857)
Article
Bürgerliche und politische Gleichstellung der Juden mit den Christen
Date
1857-03-01
Page
304 (sequence 3)
Language
German
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304 Bürgerliche und politische Gleichstellung in Hannover blos das passive Wahlrecht entzieht, — so erblicken wir darin eben nur die Erfüllung seines Geschickes, das sich in diesem Jahrhundert. jtmt zweiten Male auf ganz dieselbe Weise wiederholt. Wir wissen ferner, daß es keinen wirklichen Rückschritt in der Geschichte giebt, daß das Trübe in der Gestaltung unserer Verhältnisse in der augenblicklich trüben Atmosphäre liegt, daß der Zeitenström aber nicht aufznhalten ist und das' scheinbare augenblickliche Zurücktreiben nichts Anderes ist, als das Znrücktreiben der Meereswogen, um dann unr so rapider vorwärts zu stürzen. Wenn aber in dieser trüben, an so traurigen düsteren Erscheinungen reichen Uebergangsperiode, wo in so manchen dunkeln Kreisen .an der Permanenzerhaltung der unheimlichen Witterung gearbeitet wird, uns ein erfreuliches Beispiel entgegentritt, daß doch nicht überall jedes Gefühl für Recht und Gerechtigkeit erstorben sei, daß es noch Gemüther giebt, die sich nicht'haben verdüstern lassen, daß es noch Herzen giebt, in denen das Rechtsbewußtsein lebendig und rege ist, dann glauben wir uns verpflichtet, von dieser Thatsache Act zu nehmen. Wir glauben daher den Lesern dieser Zeitschrift ein in der Ztg. f. Nordd. Nro. 2463 unter obiger Ueberschrift enthaltenes Schreiben des Herrn D1\ Günther, von den Pastoren Habbe und Schirmer mitunterzeichnet, nicht vorenthalten zu dürsen. Von unserer jüdischen Settö, sowie von christlicher Seite ist schon Manches über die Gleichstellung der Juden geschrieben worden, von letzterem Standpunkte aus, wohl aber noch nicht so trefsend, wie in der vorliegenden Schrift. Dieselbe weist nämlich vor Allem daraus hin, wie zu den Kennzeichen wahrhafter Bildung die Sympathie für Menschen von gleicher Abstammung, und wären es selbst die entferntesten Grade, gehört, wie ja der gläubige Christ lieber und nach größerer Wahrscheinlichkett seine Abstammung bis zu Abraham, als bis zu irgend einer Heidenfamilie zurückführt, wie er sich ja keinen bessern Ursprung wünschen könne, als das Volk, das den ruhmgckrönten König, der der Menschheit die erhabendsten Loblieder Gottes dichtete, hervorgebracht. Und so wenig der Christ von der Thatsache lassen wollte, daß der Stifter seiner Religion, inmitten der jüdischen Nation, auf jüdischem Boden, von einer jüdischen Mutter geboren, das Licht der Welt erblickte, so erkenne er ja auch die historische

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