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Jeschurun · 1857-03-01 · Heft 6 (März 1857) · p. 298

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 6 (März 1857)
Article
Erwiederung auf eine Replik des Herrn Löw, Rabbiner in Szegedin, Verfassers der "Praktischen Einleitung in die heilige Schrift und Geschichte der Schriftauslegung"
Date
1857-03-01
Page
298 (sequence 10)
Language
German
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298 Erwiederung auf eine Replik des Herrn Löw re. richtigkcit nicht absprechen; man wüßte, daß er zu denen gehört, die Maimonides Hilchot Teschuba III 8, als ספרי' בחורה bezeichnet, nämlich הכופר בפירושה והוא חורה שבעל פה והמכחיש מגידי' כגון צחק וכיתום. Aber durch die Behauptung: ״Der Talmud weiß nichts von dem traditionellen Charakter dieser Wdiddoth" wird es wirklich schwer zu entscheiden, was man von Hrn. L. eigentlich denken muß: ob man seine Perfidie oder seine Ignoranz mehr anstaunen soll. Sanhedrin 99 a heißt es ausdrücklich: ואפילו אמר כל התורה כולה מן השמים חוק מדקדוק זה מקל והומר זה מגזרה שור, זו וכו' כי דבר ה' בזה ״Auch von demjenigen, der da sagt: die ganze Thora ist von ״Gott außer dieser Feinheit des Ausdruckes, dieser Schlußfolge- ״rung, dieser Wortanalogie, heißt cs: ״״den» das Wort des Ewigen hat er verachtet.'"' Pesnchim 66 8., Nidda 19 b heißt es: ״ אין ארם רן גזרה שו' מעצמוNiemand darf eine Wortanalogie nach eigener Ansicht aufstellen," welche Worte unmöglich anders als nach Raschi erklärt werden können, der a. a. O. sagt: אין אדם דן גזרה שו' מעצמו אלא אם כן נתקבלה ובאה מסיגי, und bei diesen so klar und entschieden ausgesprochenen, im Talmud mit der größten Consequenz angewendeten Grundsätzen von der sinaitischen Tradition der Middvth erkühnt sich Hr. L. die Behauptung aufzustellen: ״der Talmud weiß nichts von dem traditionellen Charakter dieser Middoth!" Auch das, was wir über § 157 des Lvw'schen Buches bemerkten, will derselbe nicht gelten lassen, ohne daß ihm aber die Widerlegung des von uns Gesagten gelungen wäre. Wir haben durch Beispiele aus dem Schulchan Arnch nachgewiesen, daß R. Joseph Karo auch die Ansichten deutscher und französischer Autoritäten annahm, woraus sich die Unwahrheit der von Hrn. L. aufgestellten Behauptnng von selbst ergibt; wir haben ferner S. 380 darauf anfmerksam gemacht, daß selbst ״wenn R. Joseph Karo wirklich nur spa- ״nischen Autoritäten gefolgt wäre, es immerhin eine grundlose Ver- ״dächtigung wäre, zu behaupten, daß er dieß ״als Abkömmling ״״spanischer Emigranten" also aus!rationellen Sympathien und ״nicht vielmehr ans persönlicher Ueberzeugung und aus Wissenschaft- ״lichen Gründen gethan." Daß aber ein Mann, der, wie R. Ioseph Karo ein so treuer und entschiedener Anhänger des Talmud war, der fast sein ganzes Leben einzig und allein dem Studium des Talmud und der darauf sich beziehenden Werke widmete, von

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