Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 6 (März 1857)
- Article
- Erwiederung auf eine Replik des Herrn Löw, Rabbiner in Szegedin, Verfassers der "Praktischen Einleitung in die heilige Schrift und Geschichte der Schriftauslegung"
- Date
- 1857-03-01
- Page
- 297 (sequence 9)
- Language
- German
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Von Dr. Gugenheimer. 297 sucht, und wenn man sich auch noch so sehr bemüht, durch Arroganz und Schmähungen Anderer den eigenen Aussagen Glauben zu verschaffen. In Bezug auf die Fälschungen, deren Hr. L. bei Anführung der Worte deS R. Samuel Ha Levi und deS R. Samuel b. Meir sich schuldig machte, sowie in Bezug auf die Entstellung der Wahrheit, die wir hinsichtlich seiner Auffassung von חורה שבעל פה nachwiesen, beobachtet Hr. L. Stillschweigen, kommt aber dafür auf einen bereits besprochenen Punkt wieder zurück, um hinsichtlich desselben eine Behauptung zu widerlegen, die wir gar nicht ausgesprochen haben, nämlich daß man דברי קבלה als דארייחא betrachten müsse. Wir sagten bloS, daß ״solche religiöse Vorschriften, die auS nach- ״mosaischen Büchern eruirt wurden, als דאורייתא zu betrachten sind", bemerkten aber hiebei S. 331 ausdrücklich, daß jene gesetzlichen Bestimmungen nach der Lehre des Talmud ״von dem Propheten, ״bet dem sie sich vorfinden, nicht erst festgesetzt wurden, sondern ״schon vor ihm als überlieferte Vorschriften vorhanden waren, ״und durch mündliche Belehrung sich fortpflanzten, bis sie von dem ״betreffenden Propheten auch niedergeschrieben wurden, jedoch nur ״rücksichtlich ihres traditionellen Charakters eine der Thora ״gleiche gesetzliche Geltung hatten," woraus doch von selbst hervorgeht, daß jene Anordnungen, welche erst von den Propheten getroffen wurden, als דרבנן zu betrachten sind, in welche Kategorie ja selbst die תקנות משה gehören, was eben als untrügliches Zeichen für die Reinheit der jüdische!: Tradition wie für die höchste Gewissen- Hastigkeit und Wahrheitsliebe, mit der uns diese von unseren Weisen überliefert wurde, nokhwendtg betrachtet werden muß. Wirklich empörend ist aber das, was Hr. L. in Bezug auf die nach der Lehre des Judenthums von Gott am Sinai überlieferten Jnterpretationsregeln sagt. Er behauptet: ״Es ist unrichtig, daß die dreizehn Mtddoth des N. Jischmael am Sinai überliefert wurden. Der Talmud weiß nichts von dem traditionellen Charakter dieser Middoth." ״Le Talmud ne sait rien du caractere traditionnel de ces Middoth.“ Hätte Hr. L. gesagt, daß der Glaube an die Göttlichkeit der Mtddoth ein thörichter Wahn sei, daß die Gesetzeslehrer, welche uns jenen Glauben überlieferten, eine Lüge verbreiten wollten: so könnte man ihm doch wenigstens Offenheit und Aus-