Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 6 (März 1857)
- Article
- Erwiederung auf eine Replik des Herrn Löw, Rabbiner in Szegedin, Verfassers der "Praktischen Einleitung in die heilige Schrift und Geschichte der Schriftauslegung"
- Date
- 1857-03-01
- Page
- 294 (sequence 6)
- Language
- German
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294 Erwiederung auf «ine Replik des Herrn Löw re. mysticisme erblicken wollen, wovon jedoch in unserer Kritik keine Spur zu finden ist. Wir können aber Hrn. L. diese Erdichtung nicht übel nehmen, da er in Bezug auf mehrere grobe der Jntcrpretation von דברי קבלה folgende Fehler, die wir ihm nachgewtesen haben, nichts zu erwiedern weiß, und daher hinsichtlich derselben strenges Stillschweigey beobachtet, bis er seine Erklärung des Wortes הלכה gegen unsere Kritik zu rechtfertigen versucht. Hr. L. behauptet, daß dieses Wort das bezeichne, ״was gang und gäbe tfl", und glaubt diese Erklärung durch die im Aruch besindliche Deutung jenes Wortes rechtfertigen zu können. Es wird aber gewiß jeder, der mit dem Rabbinischen auch nur etwas vertraut ist, einsehen, daß die Worte des Aruch: דבר שהולך ובא מקורם וער סוף או דבר שמחהלבין בו ישראל etwas ganz anderes bezeichnen, als der vage Ausdruck ״was gang und gäbe ist", und mit der Erklärung des Hrn. L. nichts anderes als die etymologische Ableitung vyfl dem Worte הלך gemein haben, die wohl Niemand in Abrede stellest wird. Zn der oben angeführten Stelle des Aruch liegt der Begriff des Constanten, Feststehenden, eine sichere unerschütterliche Basis Bildenden, während tu der Erklärung des Hrn. L. der Begriff des Schwankenden, Wechselnden, der Zeit und Mode Unterwprsenen ausgesprochen ist. Allerdings scheint Hr. 8die Halacha gern als etwas menschlicher Laune und Willkür Anheimgestelltes bctrachtet wissen zu wollen, welcher Umstand aber »och nicht geeignet ist, dem Worte die Hrn. L. zusagende Bedeutung auch wirklich zu ertheilen, oder die Zeichen der Unwissenheit, die Hr. L. bei dem Strebest nach Rechtfertigung seiner Ansicht giebt, in einem milderst Lichte erscheinen zu lassen. Er bezieht sich ■ nämlich zur Aufrechthaltung seiner Erklärung, durch eine Bemerkung Muffaphta's dazu angeregt, auf den Ausdruck סוגיי! דעלמא in Sanhedrtn 6 a; es geht aber aus der Stelle, in der dieser Ausdruck vorkommt, mit Evidenz gerade das Gegentheil von dem hervor, was Hr. L. beweisen möchte; es heißt nämlich dort: היכי דמי בשקול הדעת אמר רב פפא כגון חרי תנאי ותרי אמוראי דפליגי אהדדי ולא איתמר הילכתא לא כמר ולא כמר וסוגיין. דעלמא אליבא דחד מנייהו ואזל איהו ועבר באידך. Wir sehen aus dieser Stelle klar, daß in solche» Fällen, für die in Folge einer Meinungsverschiedenheit der Gesetzeslehrer esst? הלבה, ein gesetzliches Resultat noch nicht bestimmt war, doch