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Jeschurun · 1857-03-01 · Heft 6 (März 1857) · p. 290

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 6 (März 1857)
Article
Erwiederung auf eine Replik des Herrn Löw, Rabbiner in Szegedin, Verfassers der "Praktischen Einleitung in die heilige Schrift und Geschichte der Schriftauslegung"
Date
1857-03-01
Page
290 (sequence 2)
Language
German
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290 Erwiederung auf eine Replik des Herrn Löw re. teressant und für eine gewisse dem Namen nach auf jüdischem Boden stehende literarische Richtung sehr charakteristisch, in welcher Weise Hr. L. hiebet sich zu vertheidigen und uns zu verdächtigen sucht. Wir haben uns in unserer Rezension gegen den von Hrn. L. ausgestellten Satz: ״Mose war der erste Schrtfsteller Israels" einige Bemerkungen erlaubt, und daraus hingewicsen, wie der Vers, durch diese Worte jede seiner Aeußerungen, aus der man bei ihm auf den Glauben an eine göttliche Offenbarung schließen konnte, zur Heuchelet machte, da durch die Annahme des Hrn. 8., daß Mosche als ״Schriftsteller" ״durch die Thora den Grund zu einer Sammlung heiliger Schriftwerke legte", der göttliche Ursprung der Thora geleugnet wird, was keines weiteren Beweises bedarf, da es doch allgemein bekannt ist, daß das Wort ״Schriftsteller" nicht den Schreiber, sondern den Verfasser eines Werkes bezeichnet. Hr. 8. macht nun in seiner Replik auch gar nicht den Versuch, unsere Ansicht zu widerlegen, oder die Widersprüche, die wir ihm nachwiesen, auszugleichen, sondern benutzt die französische Sprache, in der das Wort £crivain bekanntlich sowohl für ״Schriftsteller" als für ״Schreiber" gebraucht wird, möchte durch diesen Kunstgriff Nachweisen, als würden wir die Authentizität des Pentateuchs leugnen, und ruft in achter Taschenspielermanier aus: ״Voilä. Monsieur, comment les extremes 86 touchent!" Dabei macht Hr. 8. Anspruch daraus, sich in seinem Buche für die Authentizität des Pentateuchs selon la Synagogue ausgesprochen zu haben, zeigt aber hiedurch deutlich, daß er nicht weiß, worin nach der 8ehre des Judenthums die Authentizität des Pentateuchs besteht, da, wie wir schon in unserer Rezension S. 328 Anm. zeigten, dieselbe nach jüdischen Begriffen nicht darin besteht, daß die Thora von Mosche geschrieben, sondern darin, daß sie auf Gottes Eingebung von Mosche geschrieben wurde, und derjenige, der auch in Bezug auf ein einziges Wort der Thora sagt, daß es Mosche nach seiner eigenen Meinung ausgesprochen habe, als כופר בחורה zu betrachten ist; um wie viel gewisser muß daher nach der 8ehre des Judenthums derjenige ein Leugner der göttlichen Lehre sein, der, wie Hr. L., die ganze Thora als ein schriftstellerisches Produkt Mosche's erklärt! 8ächerlich ist es, daß Hr. L. seine Ansicht auch durch eine Talmudstelle beweisen will, indem er für dieselbe die Sota 186 befindlichen Worte ספרא nm

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