Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 6 (März 1857)
- Article
- Adar
- Date
- 1857-03-01
- Page
- 284 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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284 Adar. Herzigkeit und Milde, von Unterstützung gemeinnütziger Anstalten, von Förderung der Humanitäts- und Wohlthätigkeits-Zwecke aller Art — wo ist die Bevölkerungsschaft, die hier, auf dem Felde der reinsten Humanität, mit der jüdischen zu wetteifern vermochte? Wo ist der Judenfeind, der hier nicht, wenn gleich mit unwilligen Händen, von der Wahrheit überwältigt, dem Juden den wohlverdienten Kranz der Verherrlichung flicht? Wie arg das Vorurtheil auch sonst, wo es gilt, der Armuth und dem Elend bcizuspringen, da weiß das Unglück, oder tvissen in dessen Namen seine Vertreter und Annehmer sehr wohl den Weg zur jüdischen Mildthätigkeit, und die Archive der Wohlthätigkeits - Vereine und Anstalten, die Chronik nichtjüdischer Familien des Elends, die Armen, die Unglücklichen an den Thüren der Juden, legen ein Zeugniß für den Werth einer jüdischen Bevölkerung ab, das kein Haman zu widerlegen im Stande ist, zeigen, wie ernst diese Zerstreuten und Gesonderten die Weisung ihres Gottes verstanden, ״die Wohlfahrt der Stadt zu fördern, wohin Er sie verwiesen", und wie tief dieser Grundsatz allweitcster Humanitat ihnen eingeprägt worden, daß selbst die schmählichsten Mtßhandlungen der Barbarei sie bei ihnen nicht zu verwischen im Stande gewesen. Die Annalen der Menschheit Haben vielleicht kein interessanteres Bild aufzuweisen, als die Discussionen kleinerer und größerer Hamane in Versammlungen von Ständen über die Gemetnschädlichkeit Und die obligate Beschränkung der Juden — und gleichzeitig jede Noth und jedes Elend zu den Häusern und Herzen eben dieser Juden pilgernd — um Abhilfe für private und öffentliche Calamitäten zu erlangen! Es ist dies eine der glänzendsten Seiten der jüdischen Weltsendung, die der Jude nicht mit Unrecht in den Gedanken: ״ ,קידוש השםVerherrlichung des göttlichen NamenS" zusammen faßt. Und sollen wir für Nichts die hellleuchtende Sette hehrer Sittlichkeit rechnen, die daS durch eben die ״absonderlichen" Gesetze gctragene Familienleben dieser Zerstreuten dem Allveretne der Menschheit zum Angebinde bringt? Für Nichts das Beispiel einer Aufopferungsfähigkeit sonder Gleichen, einer Hingebung für höhere Interessen, einer Aufopferung für die höchsten Güter der Menschheit, einer beispiellosen Beharrlichkeit in dem einmal erkannten Guten, und einer tvdesmuthigen Festigkeit, die selbst aus dem Widerstand her-