Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 6 (März 1857)
- Article
- Adar
- Date
- 1857-03-01
- Page
- 283 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Haman'S ethnographische Schilderung der Inden. 283 kleinen und großen Verkehrs, des. inner» und des Welthandels habe. Jst's ja auch zur Genüge erkannt, daß wenn sie in andern Zweigen der Gewerbthätigkeit weniger geleistet, dieß nicht an ihrem Willen oder an ihrer Befähigung, sondern an der Unduldsamkeit und der Gewaltthätigkeit gelegen, die sie von den meisten andern Zweigen, von Ackerbau, Kunst und Gewerke, von den meisten Karrieren wissenschaftlicher praktischer Thätigkeit und des Beamtenthums ausgeschlossen. Hat man sie doch ohnehin von allem Diesen nicht ausgeschlossen, weil man befürchtete, sie würden zu wenig, sondern weil man befürchtete, sie würden zu Tüchtiges in allem diesen leisten und andere Staatsgenossen mit ihrer Tüchtigkeit überflügeln. Wir schweigen auch von dem, was sie in der That in all denen gemeinnützigen Fächern geleistet, zu welchen ihnen irgend nur der Zutritt möglich geworden. Obgleich es sich in der That dev Mühe lohnen würde, einmal auch hier die Rechnung aufzumachcn und zu zeigen, wie bedeutend der Antheil jüdischer Bestrebungen auch im Gebiete der Kunst und der Wissenschaft zu zählen habe. Eine Liste der von Juden Geborenen und Erzogenen, die auch nur im gegenwärtigen Augenblick im Felde der Kunst, Literatur, Wissenschaft, sey cs lehrend oder ausübend glänzen, würde die Augen der Zeitgenossen in Erstaunen setzen. Wir schweigen von allem dem, so sehr das auch bei der Berechnung staatlicher Wohlfahrt in die Wagschale zu fallen hat, weil bei allen diesen Bestrebungen die allgemeine Wohlfahrt doch nur mittelbar gefördert wird. Von dem geringsten Industriellen bis zum höchsten Beamten wäre es Täuschung, zu sagen, daß die Förderung der allgemeinen Wohlfahrt das Motiv der Thätigkeit des Einzelnen wäre. Die eigene Wohlfahrt ist überall der nächste Zweck und das etgentliche Motiv, das zu der Thätigkeit leitet, und es ist ein Glück der menschlichen Gesellschaft, daß kaum irgendwie die eigene Wohlfahrt gefördert werden kann, ohne zugleich zum Wohle des Ganzen beizutragen, ja, daß in den allermeisten Fällen die Nützlichkeit fürs Allgemeine zugleich den Werth einer Thätigkeit für das eigene Interesse bedingt und erhöht. Wohl aber wollen wir von solchen Bestrebungen reden, bet welchen das Selbstinteresse ganz in den Hintergrund tritt, und bet welchen die Wohlfahrt des Nächsten im engern und allgemeinsten Kreise in Wahrheit der leitende Gedanke ist, von Thaten der Barm-