Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1857)
- Article
- Der Ghetto und die Juden in Rom
- Date
- 1857-02-01
- Page
- 257 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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2§7 Mn F! GregbrovM. des Vorstelleris wahrhaft komisch und der Widerspruch nvch großer, wenn man bedenkt, daß diese Gedichte und Embleme vom Volke Israel einem Pabstc gewidmet sind. Die meisten mythologischen Embleme finden sich nun in denen, welche die Juden PiNs VI. und Pius VII. darbrächten. Man sah also den Hercules Ms dessen Munde Goldketten gehen, womit er die Voller anziey^ und darunter eineN Bibelvcrs: Die Lippen des Frommen tönen von AnUtnth, Sprichwörter 10, 32. Man sah den Berg Parnaß ans der einen Seite und von der andern eine Platesorme, bedeckt mit Tapeten, worauf Pferde und Maulesel Korn fressen, iuit deck Spruch üüs Hiob: Vor dem Zugvieh lehrt er uns; die barockste ZUsaMMenstelläng, welche denkbar ist: Parnaß, Maulesel und Hiob. Man sah die Juno mit einer Lilie, den Atlas, der die Welt trägt,- Minerva mit dem Oelzweig, eine» Tempel, worin Mercur mit den drei Grazien stand, und worunter zu lesen war: Er wird Solche nicht ihres Guts berauben, welche in Reinheit wandeln, Psalm 84, 12! DeM Pabste Pius VII. Chiaramonti verehrten die Juden alle ihre Embleme und Mottos, gebunden in ein kostbares, in MiüiatUr gemaltes Büchlein, welches ihm det Rabbi Leone di Leone d'Ebron 1401׳ in Venedig überreichte, laugen Bartes, in einem Kaftan und mit einem orientalischen Turban. Die Überschrift des lateinischen Huldigungsgedichts im elegischen Versmaß lautete: Pio Septimö P. 0. M. Ö«ä die impefii gubernäcula söleiüniier suscipit Quod bönum felix faustuiriqlite sit Fesfivissimä. He&raeoram uiiiversitas V. D. Ö. Man sieht, die classischen Juden von Rom hatten nicht fvüchtlos an der Halle der römischen Octavia gewohnt. Ein reich gebundenes Buch, worin Embleme und Gedichts aufgeschrieben waren, hatten die Juden von Pietro Paoletti, einem Maler aus Beltuno, für Gregor xiv. Malen lassen, weil dieser Pabst aus Belluno gebürtig war. Der Pabst schenkte es hierauf dem Kapitel der Kathedrale seiner Vaterstadt als Auszeichnung. Auch dem jetzt regierenden Pabste Pins IX. wurde ein Shitliches Büchlein überreicht; der römische Rabbi, ein im Schreiben sehr geschickter Mann, wie mir die Hebräer versicherten, hatte darin kknstdollr EubleMe und Sprüche aus der Bibel geschrieben, Und es