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Jeschurun · 1857-02-01 · Heft 5 (Februar 1857) · p. 256

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 5 (Februar 1857)
Article
Der Ghetto und die Juden in Rom
Date
1857-02-01
Page
256 (sequence 2)
Language
German
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256 Der Ghetto und die Juden in Nom. welche sich auf den Pal׳st bezogen und mit lateinischen Sprüchen aus dem alten Testament bezeichnet waren. Die Embleme, 25 an der Zahl, waren höchst sinnreich und in ihrer phantastischen Bilderspräche echt orientalisch. Es wurde also vorgestellt das sinnreiche Emblem des Myrrhenbaums, der seinen Balsam freiwillig niederträufelt, ohne vom Messer geschnitten zu sein; dazu lautete der Spruch: ״Beatus rex, qui nobilis est“ (Gesegnet sei der Fürst, der edclmüthig ist). Ferner der Pelikan, welcher seine Beut mit dem eigenen Leben tränkt: ״Er verschwendete und gab's den Armen," Psalm 112, 1. 9. — Eine Palme, welche die Sonne bescheint, darüber: ״Recht wie die Palme wirst du blühen"; darunter: ״Dein Einzug wird gesegnet sein." — Das Rhinoceros, welches sein Horn in eine Quelle taucht — eine offene Meermuschel — der Vogel Phönix und ein Regenbogen — ein fressender Schwan — reifes Korn — Bienenschwärme — der Maulbeerbaum — 'eine bekränzte Harfe — ein Meer mit singenden Sirenen, darüber der Himmel, gegen welchen viele Nachtigallen fliegen; darunter der Spruch aus dem Jesaias: ״Zusammen singen sie." Diese orientalische Bildersprache der Embleme Md Stnnfprüche, mit welcher nun die Juden den Pabst beglückwünschten, erinnert wohl an ähnliche Huldignngsfeierlichkeitcn der sicilischen Araber, wenn sie ihre Herren, die normannischen Könige beglückwünschten. Mit Jammer und Thränen hatten die Juden solche Teppiche ihrer Schmach gestickt, und wenn sie vom Titusbogen in ihren schmuzzigen Ghetto zurückkehrten, reinigten sie sich gewiß mit jeremiadischem Wehgeschrei und mit Gebeten von dieser Huldigung. Aber eine Wahrnehmung ist hockst merkwürdig. Auch in das ׳ Vvrstellen des Judcnthnms drang mißten im antiken Rom die Mythologie der Heiden ein, und besonders in jener Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts, wo die Götter des Olymps seit Rafael Und Leo X. und fett dem Studium des Alterthums die Welt wieder beherrschten. Was ist ergötzlicher und widerspruchsvoller, als diese Richtung auch in den Juden Roms sich abspiegeln zu sehen, vor allem im 18. Jahrhundert, in dem goldenen Zeitalter des barocken Parnasses! Da werden auch ihre Embleme mythologisch, ihre HuldigungsAedicht-e reden vom Apoll und von den Musen , und indem sich so Antikes und Alttestamcntliches vermischt, wird die Verwirrung

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