Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1857)
- Article
- Geschichte der Juden
- Date
- 1857-02-01
- Page
- 245 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932835-2932841-2940719--02325-2940767- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Rabbi Zosua, ״der Mann der goldnen Mitte. 245 ganzen Tag mit dem Gesetzesstndium zu beschäftigen brauche, daß vielmehr derjenige die ganze Thora erfülle, wer Morgens und Abends einige Hnlacha's sich einprägt, im Uebrigen aber seiner Nahrungsbeschästigung nachhängt!״ Freilich mußte dem Derf., der mit der damaligen Anschauung so vertraut ist, eine solche Sentenz dagegen höchst prosaisch und nüchtern klingen. Wir kennen z-usällig die ״damalige" A!lschaunng über das Gesetzcsstudium ziemlich genau und zwar in einer Weise, daß darüber, daß diese Attschanung aus den Zeiten des R. Zosua datire, gar kein vernünftiger Zweifel obwalten kann, also, daß eine praktisch-historisch-kritische Forschung vollkommen in ihrem Rechte ist, eine solche Sentenz der damaligen Anschauung zur Vergleichung gegenüber zu stellen. So wissen wir z. B-, daß man damals den Grundsatz hatte: לעולם ישלש ארם שנותיו שליש במקרא שליש במשנה שליש בגמרא" Immer theile man seine Zeit in drei Thcile, ein Drittel der Schrift, ein Drittel der Mischnah, ein Drittel der Gemara;" — daß man damals meinte, es sei nicht genug, die vollständigen Halachoth der Mischnah zu kennen, wenn man nicht im lebendigen Umgang der Weisen — שימוש ת״ה — sich den Talmud angeeignet, und man daher diejenigen מבלי עולם, die Weltverderber, nannte, die;מורי הלכה מתוך משנת;, die mit mangelnder Talmudkenntniß aus der Mischnah lehrten; — daß man damals ein stetes Repitiren forderte, und ein Weiser der damaligen Zeit den mit einer'Mutter verglich, die Kinder gebiert und begräbt, der Thorah lernt und vergißt; — daß wen» man damals einen Weisen gefragt, wie fängt man es an ״weise" zu werden, er geantwortet habe: man lerne viel in der Jeschiwah und beschäftige sich wenig mit Handel, ירבה בישיבה וימעם בסחורה; — daß man damals glaubte, die Thorah bleibe nur bei dem, der sich früh und spät mit ihr beschäftige, במי ה; מתקיימות במי שמשחיר ומעריב בה!; — daß, wenn man damals einen Weisen fragte: darf Jemand seinen Sohn griechisch lernen lassen? er geantwortct habe: er lerne es in einer Stunde, die nicht zum Tage und nicht zur Nacht gehört, d. h. es giebt dafür keine Zeit, ילמדנו בשעה שאינו לא יום ולא לילה , denn es steht geschrieben: du sollst dich intt der Thorah beschäftigen Tags und Nachts :וחנית בה יומם ולילה! — Ja, wir wissen, daß ein damaliger Weise sich geäußert:,Und wären