Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1857)
- Article
- Geschichte der Juden
- Date
- 1857-02-01
- Page
- 244 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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244 Geschichte der Juden vv» vr. Grätz. Zehnter Artikel. R. Josua habe über die erschwerenden Umzäunungen, welche die Schule Schamais ringeführt hatte und welche größtenthcils dahin gerichtet wären, den nähern Umgang und jede herzliche Vertraulichkett mit Heiden unmöglich zu machen, ein sehr tadelndes Urtheil gefällt, in das angebliche KarakterbildR.Josuas hingezeichncthat, — wegwischen. Wie fern R. Josua von einem solchen ״Tadel" von einer solchen ״scharfen Rüge" der Schule Schamais gewesen sein mag, möge man daraus erkennen, daß R. Josua, dieser, wie uns der Vrf. versichert, ״Feind aller Uebertreibungen und Seltsamkeiten," bei seinem Eintritt in das Lehrhaus des R. Eliesers einst den Stein, auf welchem dieser ״starre Schamaite" zu sitzen pflegte, mit den Worten küßte: dieser Stein gleicht dem Sinai, und der auf ihm zu sitzen pflegt, der Bundeslade! (Schir ßabba לריח שמניך),' — und als er einst über eine schamaitische Gesetzesbestimmung, die ihm einen praktischen Widerspruch zu enthalten schien, sich ungebührlich geäußert, darauf aber von einem Jünger der schamaitischen Schule die gehörige Aufklärung erhalten hatte, sich auf die Gräber der Schamaiten hinwarf, seine tiefe Reue und Anerkennung den Gebeinen der Schamaiten mit den Worten bekannte: נעניתי לכם עצמוח כיח שמאי ומה סחומוח שלכם ״ כך מפורשות עלי •אחת כמה וכמהVerzeiht mtrs schamainsche Gebeine; ״Euere dunkeln Aussprüche sind so tief begründet, euere klaren um v,wie viel mehr!" — und sein Lebelang für dieses Eine Wort mit anhaltendem Fasten büßte כל ימיו הושחרו שניו מפני תעניותיו!! (Oha־ giga 22 b). Sehen wir die ferner» Züge, die diese Geschichte dem N. Josua andichtet, um ihn zum ״Mann der goldenen Mitte" zu machen. 3. Ein Mann der ״goldenen Mitte" ist natürlich dem zu vielen Thorah-Lernen gram. Findet ׳man nnn in seinen Collcüaneen irgend ein Wort von einem Manne wie R. Josua, das dem leichtfertigen Gedanken im ersten Fluge eine Deutung nach dieser Richtung hin zulassen mag, so sieht man sich nicht weiter die Stellern, sieht nicht weiter den Man» an, sondern schreibt flugS zur weitern Karakteristik des Mannes hin: wie von ihm ״eine gegen die damalige Anschauung höchst nüchterne und prosaisch klingende Sentenz" vorhanden sei, ״daß man sich nicht den