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Jeschurun · 1857-02-01 · Heft 5 (Februar 1857) · p. 231

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 5 (Februar 1857)
Article
Geschichte der Juden
Date
1857-02-01
Page
231 (sequence 3)
Language
German
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Rabbi Aosua, ״der Mann der goldnen Mitte." 231 derselben nüchternen, unbefangenen Ansicht heraus verwarf er auf's Entschiedenste den Einfluß einer Wundererscheinung bei Gescheutscheidungen; es ist schon bekannt, daß er die Berusung auf das Bat Kol zu Gunsten der hillelischen Halachas nicht gelten lassen wollte; sein Grundsatz dabei war: das Gesetz ist nicht für die Himmlischen, sondern für die Menschen mit ihrer eigenen Einsicht offenbart." Alles dies wird in der Note 6. noch schärfer gefaßt und gehörig durch Belege nachgewiesen. ״Kaum braucht R. Josüas Milde im Leben, wie in der Lehre documentirt zu werden," heißt es dort. ״Seine Einsprache gegen die Entscheidung durch das Bat Kol: אין משגיחי; בבר! קול, seine kühne Aeußcrung לא בשמים היא, daß nicht die Himmelsstimme, sondern nur die Majorität den Ausschlag geben könne, (Baba Mezta 59. a); sein Grundsatz, daß nicht unerträgliche Erschwerungen auferlegt werden dürfen: אין גוזרין גזירה על הצבור אלא אם כן רוב הצבור יכולין לעמוד בה (Baba Batra 60 b); sein scharf rügendes Urtheil gegen die schamattischen Erschwerungen: בו ביום מחקו סאה ובו׳ (Sabbat 158 b. j. I. b.) sind bekannt. Minder bekannt ist seine gegen die damalige Anschauung höchst nüchterne und prosaisch klingende Sentcnz, daß man sich nicht den ganzen Tag mit dem Gesetzesstudium zu beschäftigen habe, daß vielmehr derjenige die ganze Thora erfülle, der Morgens und Abends einige Halacha's sich einprägt, im übrigen aber seiner Nahrnngsbcschäftigung nachhängt: ר' יהושע אומר שוגה אדם שתי הלסת-בשחרית (Mechilta P. Beschalach c. ושתים בערבית ועוסק במלאכתו כל היום מעלין עליו כאילו קיים כל התורה כולה Vergegenwärtigt man sich diese Eigenthümlichkeit R. Josuas, so dürfte man es nicht bedenklich finden, den rügenden Ausspruch gegen die unzähligen Halacha's ohne biblischen Haltpunkt auf diesen Tanaiten zurückzuführen: הלכות שבת חגיגות ומעילות כהררין תלויין בשערה מקרא מועט והלכות מרובות (Chagiga 10 a) Als Beweis dafür kann der in der Tosifta erhaltene Schluß gelten: מבאן היה ר יהושע אומר צבתא בצבתא מתעבדא צבתא קדמייחא מאי הוח (T. Chagiga 0. 1.). Dieser Passus giebt keinen Sinn, wenn man ihn nicht als Rüge auffaßt: Man kann wohl mit einer Zange die andere verfertigen, d. h. aus einer Halacha viele folgern, aber die Frage ist, ob die erste in der Schrift begründet sei. (Die Schlußworte הא לאי בריה הות gehören gar nicht hierher, sondern sind eine Reminiscenz aus einer

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