Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1857)
- Article
- Schewat
- Date
- 1857-02-01
- Page
- 224 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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224 Schewat. Wohl wäre es immer nur ein Halbes, nur Eine Schekel-Hälfte, die ein Jeder leisten könnte. Allein wenn nur ein Jeder setn Thetl voll dem Heiligthum znwendete, sein volles Interesse, seine volle Einsicht, seine volle Kraft, wie anders stünde es um unsere allgemeine große, heilige Sache! ׳Glauben doch selbst Viele der Bessern, Ernstern, Treuern in den Gemeinden, daß sie nicht Zeit hätten, die Zeit nicht finden könnten, in welcher sie ihre Gedanken und ihre Thätigkeit dem jüdischen Allgemeinen zuwenden könnten. Der transatlantische Grundsatz: ״Zeit ist Geld" ist in unserer Zeit so in Fleisch und Blnt übergegangen, daß wir in diesem Satze volle Entschuldigung zu finden glauben, wenn wir dem Hciligthum die Stunde versagen, in welcher wir seine Sache zu betreiben haben sollten. Wäre selbst Zeit Geld — und sie ist doch nur zweifelhaft Geld, es liegt doch ebenso Verlust wie Gewinn in der Zeit, während die dem Allgemeinen mit treuem Ernste zugewendete Minute jedenfalls Gewinnst, sichern, dauernden Gewinnst bringt, זכר־ון לפני ר׳ , wie die Schekalimlehre es ausdrückt, ewiges Andenken vor Gott, dessen Sache wir betrieben und: לכפר על נפשהיכ^ו, Sühne und Berechtigung erst dem sonstigen Privatstreben für die eigene Persönlichkeit — wäre selbst Zeit Geld, sicher Geld, haben wir denn nicht auch unser Geld dem Heiligthum zu opfern, mit unserm Gelde seine großen Zwecke zu fördern? Zn der That aber ist dem Heiligthum unsere Zeit mehr als Geld, kann ihm durch nichts, und am allerwenigsten durch unser Geld ersetzt werden. Die Erkenntniß dessen, wo es fehlt, die Erforschung der Wege und Mittel zur Abhülfe, die Verfolgung dieser Wege, die Verwirklichung dieser Mittel, alles dies ist nicht mit dem todten Gelde gegeben, alles dies erfordert den Mann, die Hingebung des Gedankens uud des Willens und der That, die Vereinigung vieler geistigen und Willenskräfte zur gemeinsamen Berathung und Ausführung, alles dies erfordert Zeit, und die Gemeinde, deren Schatz Tausende zählte, wäre arm, wenn ihre Glieder ihr Alles zuwendeten, nur nicht ihre Zeit. Aber selbst unser Geld, ist cs überall und immer also bereit für die Zwecke des jüdischen Heiligthums, wie es die Schekel-Lehre forderte? Für das H e i l i g t h u m, ja wohl! Wo das Gebäude des Heiligthums schadhaft, oder zu eng geworden, ja wo es auch nur