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Jeschurun · 1857-02-01 · Heft 5 (Februar 1857) · p. 223

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 5 (Februar 1857)
Article
Schewat
Date
1857-02-01
Page
223 (sequence 5)
Language
German
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223 שקלים. Tobte wohnt itttb die Tuniah lauert, daß unsere Waller gewarnt sind und nicht ans Unwissenheit dem Unlautern in die Hände fallen, das ihnen den Eintritt in das Heiligthum sperrt? Oder sind bei uns die Zeichen verwischt, die das Todte von dem Lebendigen, das Reine von dem Unreinen, das Erlaubte von dem Unerlaubten, das Heilige von dem Unheiligen scheiden, ist alles unentschieden eben und gleich gemacht, daß der ״Schrei des Unreinen" verstummt und nicht einmal das Gewissen mehr schlägt, wenn unsere Kinder aus sträflicher Unkenntniß im Unreinen wandeln? Sind alle unsere צרכי צמר, alle unsere Gemeindeangelegcnheiten erledigt, ist nichts verschoben, nichts unvollendet, bei Seite gelegt, in ungewisse Ferne vertagt, dessen Erledigung die Pflicht gebieterisch heischt? Sitzt nirgends in den Gemeinden der Leichtsinn mit zu Rath, der das Ernsteste-auf leichte Achsel nimmt und mit ungeduldigem Achselzucken dem Wichtigsten begegnet, oder die Gleichgültigkeit, der Alles recht ist, oder die Meuschenfurcht, die Spott und Tadel der Menschen tiefer empfindet als den Gewiffensvorwnrf ihres Gottes, oder die Niedergeschlagenheit, die an allem Bessern verzweifelt, oder die Beschränktheit, die keines großen Gedankens fähig ist, ober die Eng- Herzigkeit, die keinem großen Gedanken zugänglich ist weil sie die Opfer fürchtet, oder die Dummheit, die keinen Fehler sieht, oder der Dünkel, der keinen Fehler sehen will, oder die Trägheit, die sich zu keiner That entschließen mag, oder die falsche Friedensliebe, die Alles gehen läßt wie es geht, um der lieben Ruhe willen — nagen diese und ähnliche Feinde aller Wohlfahrt nirgends an den Gemeindeangelegenhciten, daß darum so Manches todt liegt, was sich rühren konnte, so Manches nicht geschieht, was geschehen müßte, so Manches vernachläsfigt, verwahrlost bleibt, was zu versorgen wäre, und cs darum noch schlimmer als schlimm ist in der ohnehin schon schlimmen Zeit? O, was hätten wir zu thun, wenn uns der Schckalim-Nuf in dem ganzen Ernst seiner Bedeutung erfaßte! Es ist wahrlich nichts Kleines, einst aus der Welt gehen und sich sagen zu können: ich habe meinen halben Schekel voll und redlich dem Heiligthum gezollt, habe lieber das ״Kolbon-Agio" beigefügt, als daß das Heiligthum zu kurz käme, habe lieber ״für mich׳ und für den Nnvermögenden", Schwachen, mit getragen, als daß ichs hätte an dem Meinen fehlen lassen!

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