Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1857)
- Article
- Aus Creuznach
- Date
- 1857-01-01
- Page
- 197 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Creuznach. 197 wirklich um Aufrechthaltung unserer väterlichen Religion zu thuu, so muß vor Allem euer Streben dahin gehen, daß die Jugend einen gründlichen und herzgewinnenden Religionsunterricht erhalte. Glaubet ja nicht, daß es damit sein Bewenden haben könne, wenn ihr euren religiösen Pflichten nachkommet Ihr müsset suchen, daß eure treue religiöse Gesinnung auch in euren "Kindern fortlebe, und dieses kann einzig und allein nur durch einen zweckmäßigen Religionsunterricht erzielt werden. Immerhin ist es gut, wenn ihr mit trefflichem Beispiele vorangehet; aber dies ist nicht ausreichend für den Zweck. Was vor Allem unserer Jugend Noth thnt, ist die gründliche Kenntniß der חורה und das lebendige Bewußtsein der Pflichten, die sie ihnen auflegt, und nur wenn ihr dieses in euren Kindern weckt, könnt ihr unbesorgt für ihre religiöse Zukunft sein. So wie also die Kargheit ' von Seiten der Alten der Anstellung eines Religivnslehrers Hindernisse in den Weg legt, eben so verderblich für diesen Zweck wirkt von Setten der ausgeklärten Parthei der Jndifferentismus. Die Neuen sind nämlich der Meinung, daß ihre Kinder noch immer früh genug das Hebräische erlernten, mehr könne man ja nicht verlangen, als daß sie die hebräischen Gebete lesen und übersetzen könnten, auch etwas Pentateuch und den Katechismus verständen; sie brauchten ja keine ״Gelehrten" zu werden! Wir unterlassen es hier, etwas über das Verderbliche einer solchen Ansicht zu reden, und bemerken nur, daß über dem ,,noch immer früh genug lernen" die Kinder gar nichts lernen, und daß, wenn sie wirklich ״gelehrt" würden, das Gelernte wegen des Beispiels im elterlichen Hause ganz in den Hintergrnnd treten würde. Ist es doch hier vorgekommen, daß ein Vater seine Kinder an einem öffentlichen Orte verbotene Speisen essen ließ, und, als man ihn fragte, warum er einen solchen Anstoß vor aller Welt gebe, die Antwort ertheilte: ״Meine Kinder sollen nicht wissen, daß dieses eine עברה ist"! Mehr brauchen wir wohl nicht zu sagen, um den Geist, der unsere Neuen beseelt, zu kennzeichnen. ״Wenn dem aber so ist, warum nimmt der Vorstand denn die Sache nicht in die Hand? Es ist ja die Pflicht desselben, für das geistige Wohl seiner Gemeinde Sorge zu tragen!" Dazu -bedarf es aber, eines Vorstandes, der über den Parteien steht, welches 12