Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1857)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1857-01-01
- Page
- 193 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Hannover. IV. 193 jubeln dem allgewaltigen Herrn des Universums. Warum sollte also nicht heiterer Gesang ertönen, wenn Schelomol) Halevis Lied auffordert ״den Freund, zu empfangen׳ die Sabbathbraut", warum sollten wir nicht singen׳, wenn Davids׳ Gottbesgeisteter, und Gottschauender Gesang uns zuruft: schön ist es dem Herrn zu huldigen und zu besingen seine Hoheit? Aber eben nur da, wo wir aufgefordcrt werden zu singen, nur da, wo es dem Inhalt d׳׳s Gebetes entspricht, ist Gesang an seinem Platze. Unser Gottesdienst aber ist ,eine bloße Andachtsübuna; nicht um eine unbestimmte, unklare andächtige Stimmung zu gewinnen, gehen wir in's Gotteshaus; rüsten sollen wir uns dort sür's Leben, Entschlüsse fassen, die außerhalb der Synagoge zur Ausführung kommen, das ist der überwiegende Zweck׳ des jüdischen Gottrsdienstes, und demgemäß sind auch unsere Gebete. Bei diesen׳ Hauptmomcntcn unserer Liturgie dürfte nun Wohl Nichts weniger am Platze sein, als Chorgesaug und demnach hätte man sich auch bei der Einführung desselben zu richten. So geeignet׳ und angemessen, wie wir es also finden, wenn der Chor z. B. bet Lecho Dodi, Jigdal, Ein- und Ausheben der Thora und ähnlichen Stellen mitwirkt, so sehr, glauben wir, verkennt derselbe seine Aufgabe, wenn er die Keduscha, das Schemaausführt. Wenn wir die Keduscha sprechen, das Schema sagen , so sollen wir damit ja nicht beabsichtigen, deru Herrn der Heerschaaren einen Jubelgesang darzubrtngen; wir sollen vielmehr uns die Heiligkeit, die Hoheit des Wcltenregierers recht׳ fest in die Seele prägen, sollen in unser Herz die feste Zuversicht der ewigen Wahrheit pflanzen, daß es nur Einen giebt, der Herr; des Universums und Herrund Vater unseres eignen Zchs sei und sollen dieses uns so fest etnprägen und so ganz in uns ausnehmen, daß das Bekenntniß dieser Wahrheiten sich allen, selbst unseren unbedeutendsten Handlangen auspräge. Ob dieser Zweck durch einen Chorgesang besser erreicht werden oder ob es nicht vielmehr gerathener sei, der Gefühlsäußerung eines jeden Einzelnen völlige Freiheit zu gewähren und nicht durch einen Chor hindernd in׳; den Weg zu tretendas überlassen wir der Einsicht׳ eines; jeden Nachdenkenden. Ebenso glauben wir, müsse; der Chorgesang, ׳ der doch; berufen