Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1857)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1857-01-01
- Page
- 192 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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192 Correspondmz. welche in Vergleich zu anderen Synagogen einen ziemlich großen Raum einnehmen, erzielt werden. Es bestand seither eine eigene Synagogen-Commtssion, welche, merkwürdigerweise einen Staat im Staate bildend, selbstständig frei von der Aufsicht des Vorstandes war. Einer in jüngster Zeit sich bemerkbar machenden Opposition ist es gelungen, diese Commission aufzulösen und wurden in Folge dessen die Beleuchtung und Instandhaltung der Synagoge einer größerer Aufmerksamkeit unterzogen. So freudig wir auch alles dieses begrüßen, so möchten wir doch auch wünschen, daß nicht nur demGebäude und der Einrichtung, sondern auch dem Gottesdienste und dessen Verschönerung mehr Sorgfalt zugewendet werde. Die verschiedenen Arten und Formen des Gottesdienstes, wie derselbe sich in den verschiedenen Gemeinden Deutschlands gegenwärtig gestaltet, dürften sich auf drei Gruppirungen, welche allerdings wiederum verschiedenartigen Schattirungen Raum geben, zurückführen lassen und würden wir demnach zur karakterisirenden Unterscheidung aufzählen: Synagogen mit Orgel und Chor, mit Chor ohne Orgel, ohne Orgel und ohne Chor. Die unsrige zählt zur mittleren Classe und da also der Chor eben dasjenige Moment ist, welches unserm Gottesdienst zum unterscheidenden Merkmale dient, wollen wir speziell hierbei verweilen, zumal da es unsere Absicht nicht ist, einen erschöpfenden Bericht über unsere Verhältnisse zu erstatten. Wir gehören keineswegs zu denen, welche den ,Chorgesang mit der Orgel auf eine Linie setzen und die Synagoge schon entheiligt und den Gottesdienst entweiht erklären, wenn ein Chor darin eingesührt ist. Vielmehr halten wir einen ansprechenden, geregelten Chorgesang ganz geeignet den Gottesdienst zu heben und ganz dem Sinne der in den,Anordnungen unserer Weisen niedergelegten Grundsätze entsprechend. Alle Vorschriften unseres Gesetzes sollen wir auf eine ansprechende schöne Weise ansübcn, überall tritt uns die Mahnung entgegen dem Schönheitssinne und Schicklichkeitsgefühlc Rechnung zu tragen, und die Aufgabe des Judenthums ist ja gerade, im Menschenkreise jene ׳schöne Harmonie herzustellen, die uns in der Natur überall grüßt. Und ganz besonders fordern uns die Lieder unseres großen Sängerkönigs auf zu singen und zu