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Jeschurun · 1857-01-01 · Heft 4 (Januar 1857) · p. 181

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 4 (Januar 1857)
Article
Die Synagoge zu Berlin
Date
1857-01-01
Page
181 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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von Dr; M. Kayserlmg. 181: In diesem thatenreichen und auf neue Thatcn hindeutenden Jahre wurde der Grundstein zur Berliner Synagoge gelegt. Der bei der Feier anwesenden Judenschaft wurde von einem gelehrten Kantor ein auf Pergament geschriebenes, in einem kupfernen Kästchen verwahrtes Gebet vorgelesen, dessen Anfang wie folgt lautet: Im 12. Jahre Friedrich des Ersten, unsres allcrgnädigsten Königs von Preußen, da er ließ ankündigen auch durch Schriften und sagen: Wer nun unter dem: Volke ist, mit dem sei sein Gott, und baue das Haus des Herrn zu dem jüdischen Gottesdienst allhier in Königlicher Residenz Berlin. Da machten sich auf die obersten Väter aus Juda, zu bauen das Haus des Herrn , und etliche der Obrtstcn, Väter und Aeltesten wurden freiwillig zum Hause Gottes, daß man es setzte auf seine Stätte und gaben nach ihrem Vermögen und alle, die um sie her waren, stärkten: ihre Hände mit Silber und Gold. Mit allergnädigster Erlaubniß unsres allergnädigsten Königs wurde der Grund des Hauses Gottes gelegt am dritten Tage des Monats Jjar im Jahre 5472 nach Erschaffung der Welt. Der: Grundstein war gelegt, der Bau in Angriff genommen, aber die Streitigkeiten dauerten fort; neue Zänkereien waren ausgebrochen; die Berichte der Comission lauteten sehr ungünstig. Der König hatte sich darüber umständlich Vortrag halten lassen; die Liebmannin wurde in Schutz genommen und der Synagogenbau durch eine׳ Köntgl. Resolution vom 6. Februar 1713 wieder eingestellte Da wandte sich der für den Bau sehr thätige Hofjude Marcus als letzten Recurs an seinen hohen Gönner, den Krön- Prinzen^ der, wie oben erwähnt, auch kein Freund der Liebmannin war, und — die gute Sache siegte. — -Die Gemeinde erhielt eine neue Approbation, einen neuen Vorstand, neue Cassirer und eine neue prächtige Synagoge, die nicht allein damals, sondern auch noch heute für eine der schönsten in Europa gelten kann. Am Sabbäth vordem Neujahrsfeste des Jahres5474 ׳ wurde dieses^ מק׳ד׳ש' מע׳ט, wie es auf der am Eingänge angebrachten, jetzt aufgefrtschten, steinernen Gedenktafel heißt, eingeweiht und die Tochter des Hofjuweliers Salomon Jsak in Gegenwart des Königs Friedrich Wilhelm L, des ganzen König!. Hofes und einer Menge 11

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