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Jeschurun · 1857-01-01 · Heft 4 (Januar 1857) · p. 182

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 4 (Januar 1857)
Article
Die Synagoge zu Berlin
Date
1857-01-01
Page
182 (sequence 10)
Language
German
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182 Die Synagoge in Berlin. Eine historische Skizze Zuschauer in derselben getraut. Jüdische Wochenblätter und allgemeine Zeitungen existirten damals noch nicht; wir wissen also über die bet der Einweihung stattgehabte Feier nichts Näheres. Wohl möglich, daß der damalige Rabbiner Aron Benjamin Wolf eine Einweihungsrede gehalten hat, wenn ihm dieses von seiner mit vieler Stimme begabten und gefürchteten Schwiegermutter, der Liebmannin, nicht ausdrücklich untersagt war; für diesen Fall hat gewiß der schon damals berufene Rabbiner Michael Levi, bekannter unter dem Namen Michael Chassid, die Feier geleitet. Diese Synagoge sollte nun auch die einzige sein. Im solgenden Jahre richtete der Vorstand an den König das Gesuch, alle Privatschulen, die der Liebmannin nicht ausgenommen, gegen Vergütung an die Besitzer und gegen Erlegung der bedeutenden Summe von 3000 Thalern aufzuheben. Der König war selbstverstündlich damit zufrieden; er fragt nach dem Gelbe, — es war noch nicht bezahlt; da schrieb der König unter die eigenhändig durchstrichene Schrift: ״haben noch nicht 3000 Thaler gezahlt, wenn sie ״Sonntag nicht das Geld an 2/s Stücken an mir selber bringen, sost. Liebmannin die Schuhl haben." Das Geld wurde bezahlt, die Schließung der Synagogen erfolgte und die neu erbaute war der Mittelpunkt der Gemeinde. Es ist ein schönes, der ersten Hauptstadt des Preußischen Staates würdiges Gebäude, an welchem der Regensburger Baumeister Kemmeter seine Geschicklichkeit bewiesen hat. Die heilige Lade, oder der Altar, wie man sie jetzt nachäffend nennt, ist ein Meisterwerk der Kunst; im gothischem Stil aus weißem Marmor; auf vier größeren und vier kleineren Säulen ruhen die Zehngebote, welche eine reich vergoldete Krone deckt, Silberne Leuchter und bronzene Candelaber im neuesten Faoon liefern Beweise von Berlins Reichthum und der anerkennenswerthen Freigebigkeit seiner Juden. In diesem Hause beteten einst die alten berühmten Männer Berlins, die Ephraim, die Jtzig, die Jsak, Namen von gutem Klang. Noch heute weiß man die Stätten, wo sie täglich zu finden waren — ihre Enkel beten jetzt in anderen Häusern. Von dem vor der heiligen Lade durch 7 Stufen erhöhten Orte wurden die belehrenden Worte der, Berlins Zierde bildenden Rabbiner, eines Michael Chassid, eines David Fränkel, eines Hirsch Levin, eines Maier Weil vernommen,

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