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Jeschurun · 1857-01-01 · Heft 4 (Januar 1857) · p. 180

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 4 (Januar 1857)
Article
Die Synagoge zu Berlin
Date
1857-01-01
Page
180 (sequence 8)
Language
German
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180 Die Synagoge in Berlin. Eine historische Skizze. Zuziehung der 8 (soll wohl heißen 7 שבעה טזבעי העיר) Vorsteher, verführen und ihnen schwere Lasten aufbürden wollten. Sie, die ihren König genau kannten, gaben auch gleichzeitig zu verstehen, daß Se. Majestät durch den beabsichtigten Synagogenbau Gefahr liefe, die rückständigen Prästanda nicht erhalten zu können. Dieser letzte P>׳.ukt machte den für seinen Staatsschatz musterhaft sorgenden Monarchen einen Augenblick bedenklich. Die Commission, die noch vor wenigen Monaten die Mitglieder bewogen hatte, ihre Beiträge zum Bau willig abzuführen, wurde plötzlich nett andern Instruktionen versehen und ihr bedeutet, daß es des Königs Wille und Meinung sei, die Juden nicht zu neuen Ausgaben zu veranlassen und sie nicht zum Neubau zu zwingen. Sie könnten sich auch ferner der Hofjüdiu Schule bedienen. Der Hosjüdtn versicherte der König unter dem 13. Juli 1711 noch besonders, daß sie in ihrer Synagogenangelegenheit sich seines vornehmsten Schutzes versichert halten könnte. Die Liebmanntn triumphtrte, die Juden waren zum größten Thetl wankend gemacht, Niemand war mehr zu bedauern als — die arme Commission, welche auch wirklich über die ihr verursachten Mühseligkeiten ernstliche Klage beim Könige führte. Auf den Ausgang des je!)t schon Jahre lang dauernden Processes war man allgemein gespannt. Das in den Annalen der Geschichte der Juden denkwürdige Jahr 1712 nahte — mit ihm änderte sich Vieles. Es ist dasselbe Jahr, in welchem Preußens großer Friedrich geboren wurde, — Eisenmenger mit seiner alten Scharteke, seinem Schatz, von dem sein ganzes irdisches Glück abhing, wie er einmal klagend ausrtef, in Berlin gute Geschäfte machte, — und der Prediger und Rector Schudt in Frankfurt a. M. an seinen elenden Denkwürdtgkeiten arbeitete, Der den Juden in vielen Stücken nützende Probst Jablonskh druckte in demselben Jahre in der von Jehuda Löw neu errichteten Berliner Druckerei seine punktirte Bibel, während in Regensburg die Juden vertrieben und in Berlin wider das zum Verderben der städtischen Handlungen überhand nehmende Hausiren der Juden neue Verordnungen erlassen wurden, die man ihnen 100 Jahre später, in dem sie zu Staatsbürgern erklärenden Edikte, nochmalS einschärfte.

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