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Jeschurun · 1857-01-01 · Heft 4 (Januar 1857) · p. 179

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 4 (Januar 1857)
Article
Die Synagoge zu Berlin
Date
1857-01-01
Page
179 (sequence 7)
Language
German
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von D1-. M. Kayscrling. 179 allgemeinen Synagoge, wollte aber dennoch nicht zngehen, daß dieselbe in Angriff genommen würde, so lange die Parteien nicht ausgesöhnt und/ Friede und Eintracht wieder hergestellt wären. Auf, alles Widerwärtige und Unerquickliche, auf den! Verfolgungsgejst und das Dclatorenspiel — ein in der Jetztzeit gern gebrauchtes Wort — auf die gegenseitigen Beleidigungen,, die sich bei diesem Proceffe Kund gaben, hier näher einzugehen, kann, unsre Aufgabe nicht sein. Das ganze ist ein Originalbild, dessen treuer Abdruck!uis in der Gegenwart wieder vorgeführt wird; so treu, daß, selbst die/Entscheidung der, Regierung, die Erbauung einer neuen Synagoge nicht früher zu gestatten, als bis die Gemeinde wieder einig, wäre, nicht fehlt. In, einem von Hoffnung auf nahen Frieden geschwängerten Augenblick hatte die auf eine allgemeine Synagoge dringende Partei ein Haus gekauft, auf dessen Platz das neue Gebäude sich erheben sollte. Neue Hindernisse! Dieses Haus lag in der Nähe einer Kirche, deren Prediger es nicht zugeben konnten, daß der mit ״vielem Geschrei und Lärmen" abgehaltene jüdische Gottesdienst, wie sie stch anszudrückcn beliebten, und durch dessen ״Geschrei und Lärmen" sie in ihren Predigten unterbrochen zu werden fürchteten, in ihre Nähe verlegt würde. Der Vorstand mußte also diesen Kauf, wahrscheinlich auch, wie jetzt, mit Abstandsgeld, wieder rückgängig machen. Bald hernach erwarben sie für 4500 Thaler ein andres Grundstück- Da aber die Vermögensumstände der jetzt so reichen Gemeinde eben nicht die blühendsten waren und sie sich in die Nothwendigkeit versetzt sahen, ein Kapital von 4000 Thalcrn zu 6 Procent aufzuborgen, so brach die noch nicht erstickte Feint schuft in lichterloher Flamme wieder aus. Sie erhoben ein allgemeines Geschrei, klagten über drückende Lasten, über Ausgaben und Abgaben, von denen sie nun einmal nichts wissen wollten. Selbst ein Machtsprnch der Csmission, dem Bau nicht öffentlich zu widersprechen, brachte sie nicht zum Schweigen. Sechsunddreißig Mitglieder machten sich! heimlich ans, richteten an den damals in Amsterdam weilenden König eine Bittschrift, in der sie den ganzen Bau für unnvthig erklärten; sie beschwerten sich über ihre Vorsteher und Acltesten, so zum Th eil rohe, unerfahrene Leute wären, eigenmächtig, und ohne

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