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Jeschurun · 1857-01-01 · Heft 4 (Januar 1857) · p. 178

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 4 (Januar 1857)
Article
Die Synagoge zu Berlin
Date
1857-01-01
Page
178 (sequence 6)
Language
German
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178 Die Synagogein Berlin. Eine historische Skizze malige Kronprinz, spätere König Friedrich Wilhelm, hatte diese ihr eingeräumte Freiheit gar nicht wohlgefällig ausgenommen. Diese Eheleute, ob Liebmann oder die Liebmannin wissen wir nicht, erlangten als Anerkennung ihrer Verdienste und Leistungen die Erlaubniß, eine Synagoge anlegen zu dürfen. Sie gab später, wie wir sehen werden, zu vielen Zänkereien und Reibungen Anlaß, so daß schon damals zur Schlichtung׳ der Synagogennicht Cnltus- Angelegenheiten, obrigkeitliche Hülfe nothwendig war. Es wurde nämlich dem Koppel Rieß, dem angesehenen Stammvater der noch in Berlin verbreiteten Familie, gegen eine ad pias causas gezahlte Summe die Erlaubniß! ertheilt für sich und die Seinigen eine Synagoge einzurtchten. Gleichzeitig wurde den Berliner Juden zu erkennen gegeben, daß für den Fall sie noch eine dritte allgemeine Synagoge, zu welcher Jeder das Seinige beitragen und darin Keiner vordem Andern Vorzüge haben müßte, erbauen wollten, sie; ad pias causas eine gewisse Summe erlegen und sich unter einander abfinden sollten. Durch innere Spaltungen, Parteisucht und gegenseitigen Haß war fcte: jüdische Gemeinde Berlins damals zerklüftet׳, und zu dem Gebäude, in welchem der Gott des Friedens thronen sollte, wurde der Grundstein unter Zank gelegt und unter Hader seine Pforte eingesetzt. Die beiden erwähnten Bethäuser lagen Unglücklicher Weise-sehr nah bei einander, sie befanden sich in der Heydereutergasse, woselbst auch׳ die Scharfrichter bis vor 70 Jahren ihr Local hatten, und riesen zwei feindlich gesinnte, sich einander befehdende Parteien hervor, die endlich gegen einander klagbar wurden.- Die Führer beider waren Hdfjuden. Markus Magnus, auch ein Hofjude, persönlicher Feind der Liebmannin, verlangte mit seinem Anhang die Aufhebung beider bestehenden Synagogen und die Anlegung einer einzigen allgemeinen. Wie sich denken läßt, wollte die Liebmannin sich ihr vom Könige selbst ertheiltes Vorrecht nicht nehmen lassen; sie mit ihrem 1708 zum Oberältcsten ernannten Sohne und einem Thetl der Gemeinde widersetzten sich, und so entstand ein Jahre lang währender Proceß, der von beiden Seiten mit vieler Heftigkeit geführt wurde. Der zur Untersuchung niedergesetzten königlichen Commission gelang es nicht so leicht, eine Vereinigung zu Stande zu bringen; auch sie drang auf den Bau einer

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